Im Temporausch: Europäische Forscher bauen Quantencomputer

Das globale Rennen um ultraschnelle Quantencomputer mit kaum vorstellbarer Rechenleistung hat schon begonnen. Jetzt wollen auch die Europäer mitmischen. Forscher bauen den »OpenSuperQ«.

Atombombe des digitalen Zeitalters

An Quantencomputern wird weltweit getüftelt. Vor allem in den USA hätten Forscher »das Umschalten von Grundlagenforschung auf den Bau eines Apparates« ein paar Jahre vor Europa gemacht. »Die sind in einem langen Projekt, was mehreren Runden hat, einfach früher gestartet. Aber ich glaube, wir haben eine gute Position«, sagt der Physiker. Die Zahl der Qubits sei letztlich nicht das, was alleine entscheidend sei. »Es kommt darauf an, die Qualität hoch zu haben - mit schneller Verarbeitung und geringer Fehlerzahl.«

Für die EU-Kommission ist das Flaggschiff-Programm eine »beispiellose Initiative«. Es handele sich um «eines der größten und ehrgeizigsten Forschungsprogramme» der Europäischen Union. Es habe eine Laufzeit von zehn Jahren. In der ersten Phase werden 20 Vorhaben gefördert.

Die Quantencomputer könnten aber nicht nur Datenbanken turboschnell durchsuchen oder Verkehrsströme berechnen. Sie könnten auch Kryptographie, also verschlüsselte Informationen, knacken. »Wenn man eine Million Qubits hat, kann man die aktuelle Internet-Kryptografie brechen«, sagt Wilhelm-Mauch. Das werde aber erstens noch sehr lange dauern. Und zweitens werde bereits längst an quantensichereren Verfahren gearbeitet. »Der Quantencomputer ist also nicht die Atombombe des Informationszeitalters, der alles unsicher macht.«

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