Preisvergleich als Zwang: Häufige Preisänderungen ärgern Kunden

Im Internet oder an Tankstellen fahren die Preise oft Achterbahn. In den Innenstädten halten sich die Läden dagegen mit dem Preis-Jo-Jo noch zurück. Denn das ständige Auf und Ab sorgt für Unmut bei den Kunden. Selbst dann, wenn sie im Augenblick davon profitieren.

(Foto: Antonioguillem - Fotolia)

Viele bekannte Onlinehändler von Amazon bis Zalando drehen ständig an der Preisschraube: Eine Jeans oder ein Fernseher, die es am Morgen noch zum Schnäppchenpreis gab, können schon am Nachmittag deutlich teurer sein - und am Abend wieder billiger. Auch an den Tankstellen und bei Hotel- oder Flugbuchungen fahren die Preise oft Achterbahn. Den meisten Verbrauchern geht das inzwischen auf die Nerven - selbst wenn sie zunächst davon profitieren.

»Preisänderungen sind eine scharfe Waffe, mit der sehr vorsichtig umgangen werden muss«, betont die Handelsexpertin Eva Stüber vom Kölner Institut für Handelsforschung. Zu viele Preisänderungen wirkten sich negativ auf die Konsumentenzufriedenheit aus. Und es trete dabei auch kein Gewöhnungseffekt ein, berichtet die Expertin und beruft sich auf eine aktuelle Untersuchung. »Selbst in Bereichen, in denen ständige Preisschwankungen schon lange üblich sind, etwa bei Tankstellen, Flug- oder Hotelbuchungen ärgern sich die Kunden noch immer darüber.«

Bemerkenswert: Nach einer Studie der Universität Köln und des Düsseldorfer Instituts für Wettbewerbsökonomie macht es kaum einen Unterschied, ob der Konsument im konkreten Fall von der Preisveränderung profitiert oder benachteiligt wird. Auch wer gerade Vorteile habe, empfinde die häufige Änderung von Preisen grundsätzlich meist als unfair. Wohl weil die Betroffenen es eher als »zufälliges Glück empfinden, in der spezifischen Situation bevorteilt worden zu sein, sie bei ihrem nächsten Kauf jedoch vor höheren Preisen nicht geschützt sind«, vermuten die Forscher.

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