IT-Anbieter aus Deutschland: Neue Chancen für »Made in Germany«

Ob Pannen-Airport BER oder Diesel-Skandal – der Ruf deutscher Macher-Qualitäten hat zuletzt gelitten. Dennoch: IT-Anbieter sehen im Qualitätssiegel »Made in Germany« ein unvermindert starkes Verkaufsargument und unzählige Chancen, die sich für hiesige Lösungspioniere auftun.

Gütesiegel
(Foto: fotolia/Tobif82)

Die Wortmann AG kombiniert ihren Firmennamen bereits seit vielen Jahren mit dem Claim »IT made in Germany«. Für Tom Knicker, Gesellschafter und General Manager beim Hüllhorster Fertiger und Distributor, ist dies nämlich das beste Verkaufsargument, das er sich vorstellen kann: Die Marke `Made in Germany´ wirkt aufgrund von guten Erfahrungen weiterhin für viele Kunden vertrauenswürdig.« Bestes Beispiel ist die Firma Wortmann selbst, die sich mit ihren hauseigenen Terra-Lösungen seit jeher im Markt prächtig gegen die Produkte der US-amerikanischen oder asiatischen Konkurrenten behauptet. Ebenso die Konkurrenten Bluechip aus Meuselwitz oder Tarox aus Lünen (Letztere werden mit dem Claim »IT-Technologie made im Ruhrgebiet« sogar noch lokal-spezifischer). Tarox-Vertriebsleiter Christos Golias fasst zusammen: »Deutsche Produkte umgibt auch heute noch die Aura des beharrlichen Ingenieurgeistes, der sich mit nicht weniger als hundert Prozent Produkt-Qualität zufriedengibt.«

Aber der deutsche Qualitätsstandard hat zuletzt schaden genommen, beobachten die IT-Anbieter und verweisen auf den Pannen-Airport in Berlin oder den Diesel-Skandal: »Gerade die jüngsten Ereignisse aus der Automobilindustrie haben dem Image der deutschen Hardware-Produktion in allen Bereichen nachhaltig geschadet«, weiß Johannes Nowak, Head of Business Development International beim UCC-Anbieter Innovaphone. Der Manager hält auch fest, dass die deutsche Herkunft einer IT-Lösung »gerade innerhalb von Deutschland noch ein großes Gewicht hat«. »Im europäischen Ausland ist das dagegen deutlich schwieriger geworden. Hier ist ein europäischer Ansatz im IT-Bereich immer gefragter«, meint er. Louis Dreher, Senior Director Channel Sales Central Europe bei Fujitsu, gibt zu Bedenken: »Der Ruf von `Made in Gemany´ hat insbesondere bei mittelständischen Kunden Gewicht, ist jedoch kein Selbstläufer.« Für Fujitsus Channelchef gibt es neben der Produktqualität noch weitere wichtige Maßstäbe: »Dies sind insbesondere kurze Lieferfristen und ein rasches Customizing an kundenindividuelle Anforderungen.« Dies sieht auch Bogdan Kruszewski, Senior Product Manager bei Bluechip, fügt hinzu: »Deutschsprachige Ansprechpartner im Vertrieb, Support und Service runden die Liste der Vorteile ab.«

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