Interesse an E-Books stagniert: »Friedliche Koexistenz statt Disruption«

Die Weltliteratur in der Westentasche – ein vermeintlich lukratives Versprechen der Digitalen Buchindustrie. Doch die Nutzung von E-Book-Readern und deren Inhalten stagniert. Der Bitkom konstatiert eine »friedliche Koexistenz« digitaler Technologien und dem traditionellen Papierprodukt.

Auf der Frankfurter Buchmesse stehen auch digitale Leseinhalte im Fokus
(Foto: Marc Jaquemin/Frankfurter Buchmesse)

Wenn auf der Frankfurter Buchmesse vom 10. Bis 14. Oktober das Kulturgut Buch im Mittelpunkt steht, wird einmal mehr auch die Zukunft der Verlagsbranche verhandelt. Verdrängen digitale Reader und Inhalte das bewährte Buchformart in Papierform? Wohl erst mal nicht. Der ITK-Branchenverband Bitkom ermittelt in einer aktuellen Umfrage unter gut tausend Bundesbürgern ab 16 Jahren, dass jeder Vierte (25 Prozent) zumindest hin und wieder E-Books liest. Damit bewegt sich die Zahl der Nutzer nicht wesentlich über dem bereits im Jahr 2014 ermittelten Niveau von 24 Prozent der Befragten. Zum gedruckten Buchen greifen immerhin 80 Prozent der Befragten gelegentlich, wie der Bitkom aus der Umfrage erfährt. Bitkom-Präsident Achim Berg kommt zu dem Schluss: »E-Books haben sich durchgesetzt, verdrängen aber nicht das gedruckte Buch. Dabei biete das E-Book viele Vorteile, zählt der Verband auf: Beispielsweise einstellbare Schriftgrößen, integrierte Wörterbücher und die Suchfunktion für markierte Textstellen. Hinzu kommen das geringe Gewicht und die enorme Platzeinsparung. Dennoch: »E-Books gehören zu den wenigen digitalen Technologien, die nicht innerhalb weniger Jahre disruptiv in einen etablierten Markt einwirken. Wir erleben hier eine seltene Art friedlicher Koexistenz zwischen tradiertem und digitalem Medium«, stellt Berg fest.

Vor allem die Jüngeren lesen digitale Bücher: 43 Prozent der 16- bis 29-Jährigen nutzen E-Books, weiß der Bitkom. Unter den 30- bis 49-Jährigen sind es 28 Prozent, bei den 50- bis 64-Jährigen 23 Prozent. In der Altersgruppe ab 65 Jahren liegt der Anteil der E-Book-Nutzer nur bei 12 Prozent. Beliebtestes Ausgabegerät für E-Books ist laut Bitkom der E-Book-Reader, mit welchem fast drei Viertel der Nutzer (73 Prozent) privat oder beruflich lesen. Das Smartphone liegt mit 42 Prozent Nutzer-Anteil an zweiter Stelle, gefolgt von Tablet-Computer (32 Prozent), Laptop (25 Prozent) und stationärem PC (sieben Prozent).

E-Book-Nutzer schätzen vor allem, dass die digitalen Bücher jederzeit zur Verfügung stehen (82 Prozent der Befragten). Platz zu sparen ist für drei Viertel der Befragten (74 Prozent) der Grund für E-Books, für sieben von zehn (69 Prozent) ist es der schnelle Bezug von neuem Lesestoff. Nur für gut ein Drittel (35 Prozent) sind es Funktionen wie Übersetzen, Notizen Machen oder Markieren.

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