Boomzeit im Markt für digitale Spiele: Gaming wird zum Milliardengeschäft

Vom Zeitvertreib für Nerds zum milliardenschweren Massenmarkt: Digitale Spiele für PCs, Konsolen und Smartphones boomen wie nie zuvor. Davon profitieren nicht nur Spieleentwickler, sondern auch Anbieter von Gaming-Hardware, -Peripherie und -Zubehör – und damit auch der Channel.

Hardwaregeschäft brummt

Die Gaming-Begeisterung heizt auch die Nachfrage nach PC-Hardware und -Zubehör an
(Foto: Koelnmesse)

Damit spielt inzwischen jeder zweite Deutsche Computer- und Videospiele. Das verleiht dem Markt für alle Produkte rund ums Gaming einen stabilen Auftrieb. Laut Game ist der Markt in Deutschland im vergangenen Jahr um 15 Prozent gewachsen, erstmals wurden mehr als drei Milliarden Euro mit Computer- und Videospielen sowie Games-Hardware umgesetzt. »2017 war ein besonders erfolgreiches Jahr für Computer- und Videospiele: Neue oder überarbeitete Spielekonsolen und zahlreiche Blockbuster-Spiele ließen den Markt einen ordentlichen Wachstumssprung machen«, fasst Felix Falk, Geschäftsführer des Game, das Jahr zusammen.

Besonders groß war das Wachstum dabei in den Bereichen Hardware, Peripherie und Gaming-Zubehör. Davon profitieren auch der Fachhandel und Distributoren, die das Thema für sich entdeckt haben, wie beispielsweise der Würzburger Grossist Dexxit, wie Dexxit-Vertriebsleiterin Judith Öchsner im CRN-Interview berichtet.

Mit Gaming-Hardware wurden 2017 insgesamt 938 Millionen Euro umgesetzt, über ein Viertel mehr als noch im Vorjahr. Gefragt waren hier sowohl leistungsstarke Gaming-PCs und Laptops, als auch Spielkonsolen, die von neuen Versionen mit Hardware-Updates profitieren konnten. Aber auch der Peripherie-Bereich profitiert von der erhöhten Aufmerksamkeit durch E-Sports und die wachsende Verbreitung von Gaming allgemein. Immer mehr Nutzer greifen auch bei Produkten wie Tastaturen, Mäusen und Headsets zu hochwertigeren Gaming-Varianten. Und mit Virtual Reality (VR) steht der nächste Boom schon in den Startlöchern, von dem der Fachhandel mit seiner Beratungskompetenz und den Präsentationsmöglichkeiten am POS besonders profitieren kann.

Mit insgesamt 18,2 Millionen Spielern konnten Smartphones erstmals knapp den PC (17,3 Millionen Spieler) als beliebteste Spieleplattform überholen (CRN berichtete). Aber auch Spielkonsolen haben mit rund 16 Millionen Nutzern eine ähnlich hohe Verbreitung. Obwohl der Handel vom mobilen Gaming-Boom wenig direkt profitieren kann, so bringt er doch langfristig neue Kundschaft. Immer mehr Menschen finden über kurzweilige Smartphone-Spiele zum Gaming und kaufen sich in der Folge auch Upgrades für ihre PCs oder ganz neue Geräte, um auch aufwendigere Spiele nutzen zu können.

»Games erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Das Smartphone erreicht dabei besonders durch seine weite Verbreitung und die geringen Einstiegshürden auch viele Menschen, die zuvor wenig oder gar nicht gespielt haben«, bestätigt Falk diese Entwicklung.