Illegale Preisvorgaben im Onlinehandel: Millionenstrafe für Asus und Philips

Die EU-Kommission hat Strafen von über 111 Millionen Euro gegen vier Hersteller aus der ITK- und Elektronikbranche wegen Preisverzerrungen im Onlinehandel verhängt. Mehr als die Hälfte der Summe entfällt auf Asus.

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Über ein Jahr lang haben die Wettbewerbshüter der EU-Kommission gegen vier Hersteller aus dem ITK- und Elektroniksegment ermittelt. Ihnen wird vorgeworfen, die Preise für ihre Produkte im Onlinehandel illegal durch die Vorgabe von Mindest- und Festpreisen für Reseller unter Androhung von Sanktionen in die Höhe getrieben und damit den freien Handel unterbunden und die Kunden geschädigt zu haben. Jetzt hat die Behörde das Wettbewerbsverfahren abgeschlossen und die entsprechenden Strafen verhängt. Demnach müssen die betroffenen Unternehmen Asus, D&M Pro (Denon und Marantz), Philips und Pioneer nun insgesamt mehr als 111 Millionen Euro Strafe für die Preisverzerrungen bezahlen. Am härtesten trifft das Urteil den Computerhersteller Asus, der mit knapp 63,5 Millionen Euro mehr als die Hälfte der Gesamtsumme berappen muss. Philips kosten die Verstöße gegen das europäische Wettbewerbsrecht 29,8, Pioneer 10,2 und D&M noch 7,7 Millionen Euro.

Laut der EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager sind die Strafen dabei sogar noch relativ milde ausgefallen, da alle vier Unternehmen die Verstöße eingeräumt und sich bei den Ermittlungen kooperativ gezeigt haben. »Der Markt für Online-Handel wächst rapide und hat in Europa inzwischen ein jährliches Volumen von über 500 Milliarden Euro erreicht. Mehr als die Hälfte der Europäer kaufen jetzt auch über das Internet ein«, erklärte Vestager. »Die Maßnahmen der vier Unternehmen haben für Millionen von Verbrauchern in Europa zu höheren Preisen für Küchengeräte, Haartrockner, Notebooks, Kopfhörer und viele andere Produkte geführt.«