Rückgang um über 30 Prozent: Ausländische Investoren meiden die USA

Die ständigen Volten von US-Präsident Donald Trump schrecken immer mehr Investoren aus andere Ländern ab. Im Vergleich zum Vorjahr brachten sie 32 Prozent weniger Kapital in die Vereinigten Staaten.

Gerade europäische Unternehmen haben ihre Investitionen in die USA deutlich zurückgefahren
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Trotz der Bemühungen von US-Präsident Donald Trump sind ausländische Investitionen in den USA nach seinem Amtsantritt deutlich zurückgegangen. Die Summe sank 2017 verglichen mit dem Vorjahr um 32 Prozent auf 259,6 Milliarden Dollar (221,2 Mrd Euro), wie das Büro für Wirtschaftsanalysen (BEA) des US-Handelsministeriums am Mittwoch mitteilte. 2016 hatten die Auslandsinvestitionen in den USA noch ein Volumen von 379,7 Milliarden Dollar. Im Jahr zuvor hatten sie auf einem Rekordwert von 439,5 Milliarden Dollar gelegen.

Der Rückgang in den USA folgt einem internationalen Trend, ist aber deutlich ausgeprägter. Nach Angaben der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) vom April nahmen Auslandsinvestitionen 2017 weltweit um 18 Prozent ab. Die OECD hatte zum Rückgang in den USA angemerkt, dass Investoren womöglich Trumps Steuerreform abwarten wollten.

Dieser Logik zufolge könnten die Investitionen im laufenden Jahr wieder zunehmen, nachdem die Steuerreform im vergangenen Dezember verabschiedet wurde. Allerdings hatten einzelne Investoren auch angekündigt, wegen der Zollpolitik Trumps Vorsicht walten lassen zu wollen.

Trump hat mit einer ganzen Reihe von Nationen wie China und Kanada oder auch der EU Handelskonflikte begonnen, deren Auswirkungen auf Auslandsinvestitionen noch nicht absehbar sind. Aus Kanada kamen im vergangenen Jahr nach BEA-Angaben mit 66,2 Milliarden Dollar die meisten Investitionen. Die EU-Staaten machten insgesamt 40 Prozent aller Auslandsinvestitionen in den USA aus. Trump wirbt seit seinem Amtsantritt im Januar 2017 um Auslandsinvestitionen.