Online-Marktplatz für gebrauchte Elektrogeräte: Back Market will Gebraucht-IT-Markt aufmischen

Mit günstigen und qualitativ so gut wie neuwertigen Elektrogeräten will Back Market den Gebraucht-Markt aufmischen. Das französische Startup will aktiv gegen die wachsenden Elektroschrottberge angehen – aber auch profitabel arbeiten.

Weltweite Expansion

Das Startup beschäftigt inzwischen fast hundert Mitarbeiter aus mehr als zehn Nationen
(Foto: Back Market)

Rund 300 Partner hat Back Market derzeit weltweit und wöchentlich kommen weitere dazu. Es gebe viele Bewerber, aber nicht alle seien geeignet, erklärt der CEO. Back Market müsse auch welche abweisen. Mehr als 500.000 Kunden nutzen die Plattform und kaufen bevorzugt Smartphones und Tablets.

Längst ist Back Market dem Heimatland Frankreich entwachsen und auch in Deutschland, Spanien, Italien und Belgien aktiv sowie seit diesem Jahr auch in den USA. Kernmarkt ist Frankreich, aber Deutschland sei sehr wichtig, betont de Larauze. Denn deutsche Kunden legten besonderen Wert auf Nachhaltigkeit und auf Garantie.

Aber auch in den USA hat Back Market schon einige Kunden. Der Markt ist groß, es gibt Potenzial, auch wenn US-Käufer nicht unbedingt als ökologisch-orientiert gelten. Aber Amerikaner wären pragmatisch, so Larauze und würden die günstigeren Preise schätzen.

Denn die refurbishten Produkte seien zwischen 30 und 70 Prozent günstiger als Neugeräte und dadurch eine echte Alternative. Zusätzlich würden sie ein Nachdenken über gängige Konsummuster befördern. Und das ist auch das Ziel der Back-Market-Gründer Thibaud Hug de Larauze, Quentin Le Brouster und Vianney Vaute: Die Kunden davon überzeugen, statt eines Neugerätes ein gleichwertiges, wiederaufbereitetes Gerät zu kaufen und damit sowohl CO2-Emissionen als auch die Elektroschrottmengen zu reduzieren.

Hand in Hand mit den ökologischen Zielen will Larauze aber auch handfeste ökonomische Ziele erreichen: Back Market soll weltweit expandieren, eine globale Marke aufbauen und weltweiter Marktführer für gebrauchte Elektroartikel werden.

Gerade wurde eine zweite Finanzierungsrunde über 41 Millionen Euro abgeschlossen. Das Kapital kommt von der Holding Groupe Arnault, der Investmentgesellschaft Eurazeo, der Innovationskapitalgesellschaft Daphni und dem Investitionsprogramm Aglaé Ventures und soll dabei helfen, die ehrgeizigen Ziele zu erreichen.