Konkurrenz für Nvidia und AMD: Intel-Grafikkarten kommen 2020

Der Chipgigant Intel hat erstmals offiziell bestätigt, dass er im Rahmen des Projekts »Arctic Sound« innerhalb der nächsten zwei Jahre eigene Grafikkarten auf den Markt bringen will.

Intels Ankündigung für neue dedizierte Grafikkarten weckt Erinnerungen an das Projekt Larrabee
(Foto: Screenshot Linus Tech Tips Youtube)

Schon seit Monaten geistert in der Branche das Gerücht umher, dass Intel wieder einmal an eigenen Grafikkarten arbeitet (siehe: Intel will den GPU-Markt aufmischen), jetzt hat der Konzern diese Pläne auch erstmals offiziell bestätigt. Der mit der Entwicklung beauftragte GPU-Spezialist Raja Koduri, den Intel Ende des vergangenen Jahres von AMD abgeworben hatte, kündigte auf Twitter an, 2020 werde es die ersten dedizierten Grafikkarten des Unternehmens zu kaufen geben. Während einige Beobachter gehofft hatten, Intel würde erste Produkte schon zur CES Anfang des nächsten Jahres vorstellen und im Laufe des Jahres in den Verkauf bringen, nimmt sich Intel damit nun doch genügend Zeit, die bereits existierenden GPU-Prototypen noch weiterzuentwickeln und eine belastbare Produktion aufzubauen.

Diese Vorsicht dürfte auch den Erfahrungen aus der Vergangenheit geschuldet sein, in der bereits mehrere entsprechende Anläufe gescheitert waren. So gab es etwa vor gut zehn Jahren das viel beachtete Projekt »Larrabee«, das sogar schon so weit fortgeschritten war, dass es mehrere hundert fertige Prototypen eigener Intel-Grafikkarten gab. Aufgrund diverser Probleme wurde die Veröffentlichung jedoch immer wieder verschoben und schließlich ganz verworfen. Stattdessen wurde die GPU dann ab 2012 leicht modifiziert als Co-Prozessor für Server-CPUs der Xeon-Familie genutzt. Dennoch sind einige der damaligen Prototypen in die Öffentlichkeit gelangt und tauchen seither gelegentlich auf Onlineverkaufsplattformen wie Ebay auf (siehe Video).

Obwohl Intel Anfang dieses Jahres bereits erste Prototypen einer entsprechenden GPU gezeigt hatte, sind bislang kaum Details dazu bekannt. Die Spezifikationen dieser frühen Versionen sprechen jedoch dafür, dass Intel zunächst die Mittelklasse anpeilt, bevor dann im weiteren Verlauf auch Highend-Grafikkarten dazukommen. Des Weiteren ist noch nicht klar, inwieweit Intels GPU-Projektteam »Arctic Sound« neben diesen Consumer-Produkten auch weiter an speziell für die Videoverarbeitung und Streaming optimierten Grafikchips für Rechenzentren arbeitet. Dem seit Jahren von Nvidia (und AMD) dominierten Grafikkartenmarkt kann der Neueintritt eines so starken Konkurrenten jedenfalls nur gut tun.