CRN-Kopfnuss: Weltoffen aber unfähig: Pepper sucht (noch) seinen Weg

Roboter Pepper ist niedlich, aber für praktische Arbeiten derzeit kaum zu gebrauchen. Selbst eine kriminelle Karriere scheitert schon an den fehlenden Grundvoraussetzungen.

Auf der CEBIT 2017 war Pepper noch der Shooting Star
(Foto: Deutsche Messe)

Er ist etwa 1,20 Meter hoch mit großen Kulleraugen. Seit seinem ersten Auftritt auf der CEBIT hat Pepper einen enormen Bekanntheitsgrad und gilt als Allzweckwaffe für Geschäfte, Hotels und Flughäfen. Vor allem hat der kleine Humanoide gezeigt, dass die befürchtete Machtübernahme durch Roboter wohl noch lange nicht droht. Denn der Blechkumpel kann so gut wie nichts. Das wurde schon bei einem seiner ersten Einsätze in einem Krankenhaus klar. Dort stand er nur in der Lounge herum und hielt desorientierten Besuchern sein Tablet hin, auf dem sie Fragen eintippen konnten. Die Erwartung, dass er diese auch noch zur gesuchten Station begleiten würde, erwies sich als verfrüht.

Auch ein Arbeitseinsatz bei Margiotta Food & Wine in Edinburgh mündete nicht in eine feste Anstellung. Der von den Kollegen italokonform Fabio genannte Praktikant verwies Kunden, die nach Wein fragten, lapidar in die Alkohol-Abteilung. Auf die Testfrage des Geschäftsführers nach Steaks fiel ihm nur ein Kuh-Witz ein. Pepper wurde fristlos gefeuert.

Tatkräftige Hilfe, etwa in der Pflege, ist von Pepper schon gleich gar nicht zu erwarten. Denn seine Hände und Arme braucht er zur eigenen Stabilisierung. Daran scheiterte bisher auch eine kriminelle Karriere, für die er sich möglicherweise noch am besten eigenen würde. Denn wie sich jetzt herausstellte, ist Pepper besonders gut zu hacken, weil er unter gravierenden Sicherheitsmängeln leidet. Genauer gesagt, Pepper ist offen wie ein Scheunentor.

Erste Versuche, ihn für kriminelle Zwecke zu instrumentalisieren, scheiterten jedoch an seinen nicht vorhandenen haptischen Fähigkeiten. Ein Banküberfall in Göteborg ging schon im Vorfeld schief, weil Pepper keine Pistole halten konnte. Ein erneuter Versuch mit umgebundenem Sprengstoffgürtel zeigte zunächst die erhoffte Wirkung beim Kassierer. Leider konnte Pepper die Tasche mit der Beute nicht greifen und wurde auf der Flucht zu Fall gebracht als ihm ein Chihuahua unter die Rollen kam. Dafür konnten die Passanten, die den gescheiterten Bankräuber bis zum Eintreffen der Polizei festhielten, sich die Zeit mit Sudoku und YouTube-Videos vertreiben.