CRN-Kopfnuss: Digitalisierung für Hund und Katz

Das smarte Katzenklo und der mitzählende Hundhäufchenaufsammler konnten sich zwar nicht durchsetzen, doch was ist mit Wearables für Haustiere? Die Digitalbranche hofft, dass deren Besitzer die Gesundheits- und Leistungsdaten ihrer Lieblinge bald genauso tracken wie ihre eigenen.

Zwei Katzen beim Checken ihrer Fitnesswerte am Computer
(Foto: sheilaf2002 - Fotolia)

Während sich der Mensch fleißig selbst vermisst und getätigte Schritte, verbrannte Kalorien, Herzfrequenz und Schlafrhythmus erfasst, dürfen seine Haustiere noch weitgehend ungestört das Leben genießen. Die Digitalisierung ist an Hund und Katz bislang weitgehend vorbeigegangen und man fragt sich, warum eigentlich, wo doch den meisten Bundesbürgern kaum etwas wichtiger ist als ihre vierbeinigen Freunde – vielleicht mal abgesehen vom Fahren ohne Geschwindigkeitsbeschränkung auf deutschen Autobahnen.

In vielen Haushalten haben die felligen Mitbewohner den Rang von Familienmitgliedern und werden hofiert. Das Beste ist gerade gut genug, was auch die Umsätze der Haustierbranche zeigen. Die Digitalwirtschaft dagegen war bislang überraschend zögerlich und dachte allenfalls an vernetzte Schweine und Kühe in der Landwirtschaft. Doch das ändert sich, etwa beim IT-Konzern Unisys, der ein System namens »Digi-Pet« vorgestellt hat, über das Flugreisende ihre Lieblinge im Frachtraum beobachten und beruhigen können. »Tierbesitzer sind emotional mit ihren Tieren verbunden und es kann sehr stressig für beide sein, wenn sie während eines Fluges voneinander getrennt sind«, heißt es ironiefrei beim Hersteller.

Ob sich das System durchsetzt, bleibt abzuwarten – immerhin ist die Branche Rückschläge gewohnt. So legte man Versuche mit smarten Halsbändern schnell wieder auf Eis, weil diese zur Messung von Puls und Blutdruck eng anliegen müssen und zahlreiche Herrchen und Frauchen ihre Hunde und Katzen versehentlich stranguliert hatten. Auch smartes Zubehör wie das intelligente Katzenklo, bei dem eine Kamera mit Bewegungsmelder über den Stuhlgang des Stubentigers wacht, oder der mitzählende Hundehäufchenaufheber fürs Gassi gehen, haben sich nicht durchgesetzt. Die Hersteller hoffen nun auf Mikrochips, die Standort- und Gesundheitsdaten liefern und Tierfreunde in sozialen Netzen zusammenbringen. Dort können sie dann die Leistung ihrer Lieblinge vergleichen: Wie viele Umdrehungen schafft der Hamster in seinem Rad? Welche Katze schläft am längsten, welcher Mops schnauft am lautesten? Und welcher Kampfhund ist der erfolgreichste? »Heute hat Brutus drei Jogger erlegt, und dabei ist ihm nicht mal der Puls hochgegangenen«, wird dann stolz berichtet. Und 27 Hunden gefällt das.