Ingram-Micro-Chef Alexander Maier in der Offensive: »Wir brauchen keine Grünhaarigen, um top zu sein«

Ingram Micros neuer Deutschlandchef geht auf der »Top«-Hausmesse mit einer forschen Antrittsrede in die Offensive: Wo Wettbewerber auf Blendwerk setzten, fülle IM sein Angebot in Breite und Tiefe mit zukunftsfähigen Angeboten. Die Botschaft ist klar: Man sei nicht nur der größte, sondern auch der innovativste Distributor. Belegen soll das auch die Messeprämiere »IM.Cockpit«.

IM-Deutschlandchef Alexander Maier
(Foto: CRN)

Nach einer selbstauferlegten kurzen Schweigepause nach seinem Amtsantritt, »liefert« Alexander Maier auf der Top-Hausmesse, die heute im Münchner MOC-Center stattfindet, wie versprochen ab: Klartext gibt es zur Prämiere als Top-Gastgeber vom neuen Deutschlandchef, etwa in der Marktanalyse: »Im Zuge der Digitalisierung verändert sich Markt massiv, einstmals bewährte Geschäftsmodelle sind unter Druck«, stellt er fest. Das gilt insbesondere auch für die Distribution, denn der Kostendruck steige stetig, der Wettbewerb verschärfe sich. »Die Konsolidierung in der Distribution wird voranschreiten, insbesondere Spezialisten und Nischendistributoren werden davon betroffen sein«, zeigt er sich überzeugt. Schließlich hätten die Distributionsschwergewichte in punkto Lösungskompetenzen und Dienstleistungsstärke den einstigen Vorsprung mancher VADs und Spezialisten längst eingeholt: »Wir stehen in punkto Kompetenz und Services-Stärke hier nicht hintenan – eher schon im Gegenteil. Wir haben gezielt in Wachstumsbereiche investiert und entwickeln uns zu einem Full Service Provider mit einem umfänglichen Angebot.«

So kann es weitergehen: Maier kündigt an, dass Ingram Micro im konsolidierenden Markt als Konsolidierer tätig werden will. Dabei stehen vor allem Services-orientierte Anbieter im Fokus der Übernahmeabsichten. Schließlich führe die steigende technologische Komplexität im Zuge der digitalen Transformation dazu, dass viele Fachhändler und Systemhäuser den Anforderungen kaum noch Herr werden. Allein der Qualifizierungs- und Zertifizierungsaufwand im Lösungsgeschäft stelle für viele SMB-Partner eine Riesenhürde dar. »Wir als Distributor müssen hier eine ganz neue Rolle annehmen, wir stehen heute schon unseren Partner mit Beratungen und Vor-Ort-Services bei ihren Kunden zur Seite«, erklärt Maier. Diese Form der Zusammenarbeit – einstmals für viele Partner des Broadliners ein absolutes »No Go« – werde künftig sogar zunehmen, prognostiziert Maier. »Viele Partner fordern das einfach von uns, schließlich sind wir ein Hersteller-unabhängiger und nicht mit ihnen konkurrierender Partner.«

Dass Ingram Micro nicht nur beim Umsatz, sondern auch in punkto Innovativität und Zukunftsfähigkeit die »erste Reihe« bilde, will der dynamische Firmenchef in Zukunft offensiver herausstellen als das bisher der Fall war. Viel Blend- und Stückwerk –»Fake Services« – mit eher wenigen Volltreffern sieht er diesbezüglich bei seinen Wettbewerbern. Tatsächlich sei man der Konkurrenz in vielem voraus: »Wir leben die digitale Transformation. Und wir füllen das mit Inhalten und einem umfassenden Angebot.« Vom breiten Produktangebot (»Blech wird weiter gebraucht werden«) bis hin zu den Beratungs-, Lösungs- und Dienstleistungskompetenzen. »Wir brauchen dafür keine grünhaarigen Berliner, die am Boden sitzend am Tablet tüfteln«, erlaubt er sich einen flappsigen Seitenhieb auf die Digital-Natives-Team-Experimente der Also. Man habe dafür ein hochkompetentes Expertenteam an Digital-Architekten. Als Beleg für den Vorsprung dienen einige Neuerungen, die Ingram Micro auf der Top-Messe im Münchner MOC-Center erstmals vorstellt: So etwa einmächtig aufgerüstetes Solutions Center, das Händlern und Endkunden für umfangreiche Demo- und Testinstallationen zur Verfügung steht. Außerdem stellt IM erstmals die neue Plattform »IM. Cockpit« vor. Mit der Monitoring-Lösung könnten Reseller die IT-Umgebung ihrer Kunden in Bezug auf Kosten, Nutzen, Auslastung und weitere Kennzahlen und KPIs auf einen Blick überwachen, reporten und optimieren. Zum Start sind die Hersteller Dell/EMC, Netapp und HPE an Bord, die Plattform soll alsbald auf weitere Hersteller ausgeweitet werden. Solche Angebote seien in der Distribution bislang einzigartig in ihrem Umfang, betont Maier die Innovationskraft seiner Firma.

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