CRN-Interview mit dem Refurbisher bb-net: »Ein Produkt, auf das man sich rundum verlassen kann«

Marco Kuhn, Vertriebsleiter und Prokurist der bb-net, erklärt, warum der lukrative Markt für gebrauchte Hardware auch in Zukunft noch viel Potenzial hat und wie ihn sich der Fachhandel erschließen kann.

Marco Kuhn freut sich über ein gutes Jahr für bb-net und den Gebrauchtmarkt
(Foto: bb-net)

CRN: Herr Kuhn, ihr Unternehmen konnte 2017 erneut kräftig wachsen und einige Auszeichnungen einheimsen. Welches Fazit würden Sie also für bb-net und den Markt für gebrauchte IT ziehen?
Marco Kuhn: Das anhaltende Wachstum der letzten Jahre hat sich auch in 2017 für uns fortgesetzt. Die erneute Platzierung unter den Focus Wachstumschampions bestätigt uns noch einmal darin, dass der Markt für aufbereitete Hardware weiter wächst und unser qualitätsorientierter Ansatz mit der eigenen Marke tecXL der Richtige ist.

CRN: Kann sich dieser Aufwärtstrend weiterhin halten?
Kuhn: Wir streben auch in den kommenden Jahren ähnliche Wachstumsraten an und stellen uns bereits heute mit neuen Investitionen darauf ein. So steht zum Ende diesen Jahres eine Veränderung der Geschäftsräume und damit einhergehend die Optimierung der internen Prozesse innerhalb von Beschaffung, Fertigung und Warenlogistik an. Außerdem wurden erneut neue Stellen in fast allen Abteilungen geschaffen, für die wir motivierte Mitarbeiter suchen.

CRN: Waren die für 2017 erhoffte Wechselwelle der Unternehmen zu Windows 10 und der damit einhergehende Austausch von Hardware so groß wie erwartet?
Kuhn: Nein, da viele Unternehmen den damit verbundenen finanziellen Aufwand vor sich herschieben, wird sich dieser Wechsel noch auf 2018 ausdehnen. Somit verteilt sich der Wechsel insgesamt auf einen längeren Zeitraum. Diese Entwicklung stellt für uns aber kein Problem dar. Durch den Ausbau des Projektgeschäftes und verbesserte Beschaffungsprozesse in unserem Unternehmen konnten wir deutlich mehr langfristige Partner für uns gewinnen und somit den erhöhten Warenbedarf decken.

CRN: Inwieweit haben die schlechte Verfügbarkeit und die hohen Preise für Flash-Speicherprodukte wie SSDs und RAM Ihr Geschäft, bei dem Aufrüstung eine wichtige Rolle spielt, beeinflusst?
Kuhn: Als sich der Preisanstieg im letzten Quartal 2016 angekündigt hat, konnten wir einige Komponenten bevorraten und uns feste Einkaufskonditionen bis Mitte 2017 sichern. Durch eine Mischkalkulation und Zukäufe im zweiten Halbjahr konnten wir einem großen Preissprung entgegenwirken. Ganz ohne eine Preisanpassung weiter zu machen, war aber auch bei uns nicht möglich. Diese wurde aber offen mit unseren Kunden kommuniziert und hatte auf die Nachfrage keine negativen Auswirkungen.