Nvidia erwartet weitere Preiserhöhungen: Grafikkarten bleiben teure Mangelware

Nvidia rechnet Gesprächen mit Vertriebspartnern zufolge auch für die nächsten Monate mit Allokationen und weiteren Preissteigerungen bei Grafikkarten.

Grafikkarten bleiben auch in den nächsten Monaten ein knappes Gut im Fachhandel

Im Komponentenmarkt stehen die Zeichen für 2018 nicht gerade günstig. Nachdem erst vor zwei Wochen mehrere Halbleiterhersteller erneute Preiserhöhungen und Verknappungen für das laufende Jahr angekündigt hatten, bestätigte jetzt offenbar auch Nvidia zumindest inoffiziell diesen Trend. In einem Blogbeitrag der amerikanischen Online-Plattform Massdrop, die rabattierte Sammelbestellungen für begehrte Produkte organisiert, berichtet deren Einkaufsmanager Brian Hutchins unter anderem von aktuellen Gesprächen mit Vertretern des Grafikkartenherstellers über die schwierige Situation. Dabei hätten diese angekündigt, dass es wohl noch über das gesamte laufende Jahr hinweg zu weiteren Preiserhöhungen kommen werde, so Hutchins. Als Begründung dafür wird insbesondere die anhaltende Knappheit bei Flash-Speicher genannt, die zu steigenden Einkaufspreisen und längeren Wartezeiten führt.

Vor allem Smartphone-Hersteller wie Apple und Samsung kaufen demzufolge aktuell massenhaft sowieso schon knappen Speicher-Chips ein, um die Herstellung und Auslieferung ihrer Produkte für die nächsten Monate sicherzustellen und sich vor weiteren Preissteigerungen schützen zu können. Zwar nutzen die meisten Smartphones derzeit DDR4-RAM, während in aktuellen Grafikkartenmodellen üblicherweise GDDR5 eingesetzt wird, allerdings verschieben die Hersteller ihre Produktionskapazitäten, um die Großbestellungen ihrer wichtigsten Kunden befriedigen zu können. Im Vergleich zu den Smartphone-Giganten haben dann kleinere Unternehmen wie die Komponentenhersteller Asus, Gigabyte und MSI das Nachsehen.

Neben der somit zu erwartenden direkten Anhebung der Preise durch die Hersteller wird die Lage zudem weiterhin durch den Krypto-Mining-Boom verschärft. Indem professionelle Miner große Teile der Grafikkartenproduktion aufkaufen, kommen noch weniger davon bei den Distributoren und im Handel an, wodurch die Preise weiter in die Höhe schießen. Die wenigen verfügbaren Exemplare werden dann häufig weit über dem ursprünglichen UVP angeboten.