Umrüstungsgeschäft am PoS: Kasse machen mit Kassen

Einzelhändler, Gastronomen und überhaupt alle Betriebe, in denen bargeldintensiv gehandelt wird, sind durch die verschärfte Registrierkassenpflicht aufgefordert, ihre Kassensysteme schnellstens auf Vordermann zu bringen. Darüber hinaus heizt aber auch die Digitalisierung das Umrüstungsgeschäft am Point of Sale an.

Cloud-Lösungen auf dem Vormarsch

Stephan Greulich, Leiter Fachliche Basis Rechnungswesen und Experte für Compliance-Fragen bei Datev
(Foto: Datev)

Das vor allem Software-Partner in diesen Kompetenzgemeinschaften gefragt sind, hat einen einfachen Grund: Die Software ist die intelligente Schaltzentrale aller Prozesse. Und immer häufiger beziehen Kunden Software-Komponenten aus der Cloud, wie die Anbieter berichten. Ingram Micros Martin Hümmecke berichtet hierzu: »Speziell kleinere Handelsunternehmen greifen sehr gern und immer öfter auf Cloud-Lösungen zurück. Cloud-Kassenlösungen bieten diesen Kunden alle Vorteile einer umfassenden Warenwirtschaft, Finanzbuchhaltung oder Webshop-Lösung ohne selbst intensiv in entsprechende Client-Serverstrukturen investieren zu müssen. Hier kann heute jeder Händler über SaaS-Modelle zu geringen Kosten all diese Vorteile auch für sich und sein Business nutzen.« Vectron-Managerin Rita Spitzer zählt auf: »Big-Data-Reporting und Kundenbindungsmaßnahmen lassen sich bei filialisierten Unternehmen häufig nur sinnvoll umsetzen, wenn Daten filialübergreifend in Echtzeit zur Verfügung stehen. Aber auch die Daten vieler alltäglicher Arbeitsprozesse werden inzwischen cloudbasiert verwaltet und gespeichert und wir gehen davon aus, dass dies weiter zunimmt.« Und Marcus Ollenbuttel sieht auch hier die Registrierkassenverordnung im Blick: »Im Zuge der Digitalisierung steht Benutzerfreundlichkeit im Vordergrund, weshalb Endkunden Cloud-Services oftmals auf ihren Tablet POS Lösungen nutzen. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, dass ISVs wichtige Anforderungen, beispielsweise die neuen Ansprüche an Registrierkassen, implementieren.«

Datev bietet beispielsweise mit der bereits erwähnten Lösung »Datev Kassenarchiv online« einen beinahe zu jedem Kassensystem kompatiblen Cloud-Service der Kassendaten einfach und revisionssicher entsprechend den aktuellen gesetzlichen Vorgaben archiviert. Die Lösung bildet die Kassenstruktur des jeweiligen Unternehmens nach, ist das Kassensystem mit einer Datev-Schnittstelle ausgerüstet, werden die aufbewahrungspflichtigen Kassendaten automatisiert mit dem Tagesabschluss in das Datev-Rechenzentrum übertragen. Stephan Greulich von Datev verspricht Anwendern viele Vorteile: »Der Unternehmer hat die Möglichkeit, jederzeit auf seine Daten zuzugreifen und sie im Prüfungsfall freizugeben. Zudem kann er diese dem Steuerberater zur Verfügung stellen, der dann im Rahmen der laufenden Beratung sowie im Vorfeld einer Betriebsprüfung einen Blick auf die Kassenführung wirft.« Greulich sieht bei der Archivierung und Datenübermittlung an Geschäftspartner die Privat-Cloud als die sicherste und kostengünstigste Variante für mittelständische Unternehmen. Dabei warnt er: »Von zentraler Bedeutung ist bei diesem Thema die Wahl des Cloud-Modells. Die Grundregel lautet: Geschäftsrelevante und kundenbezogene Daten gehören nicht in eine Public Cloud. Für solche Daten und Anwendungen sollten ausschließlich so genannte Trusted-Cloud-Konzepte zum Einsatz kommen, bei denen Anbieter und Anwender in einer festen Geschäftsbeziehung zueinanderstehen und die Daten im EU-Gebiet bleiben.«

Die Datev-Lösung befindet sich laut Datev-Experte Stephan Greulich derzeit in der Testphase mit ausgewählten Kunden. Das Softwarehaus bietet auf seiner Webseite www.datev.de/kasse umfassende Informationen zum Thema Kasse auch für einstiegswillige Fachhändler. Außerdem stellt Datev seine Lösung auf EuroCIS-Messe an seinem Stand B33 in Halle 10 vor. Die Messe für Retail-Technologien findet vom 27. Februar bis 1. März in Düsseldorf statt und stellt ein breites Spektrum an Lösungen für den Handel vor. Rund 450 Aussteller aus insgesamt 26 Ländern werden diesmal vertreten sein, 11.000 Besucher werden erwartet. Im »EuroCIS Forum« geht es in zahlreichen Vorträgen um die Digitalisierung und Zukunft der Verkaufsfläche. Neu ist der »Start-up-Hub«, eine Sonderfläche, die Newcomern mit innovativen IT-Lösungen eine eigene Plattform bietet. Außerdem finden »Guided Innovation Tours« für Besucher zu ausgewählten Ausstellern und Themenbereichen statt.