Lars, but not Least: Apples Homepod: ein tumber Panzer

Apple hat sich mit seinem Homepod viel Zeit gelassen. Trotzdem ist das Ergebnis alles andere als überzeugend. KI und Konnektivität lassen deutlich zu wünschen übrig und neben den Nutzern leiden selbst die Möbel unter dem hübschen aber wenig smarten Lautsprecher.

Mit seinem Homepod ist Apple kein großer Wurf gelungen

Weil Apple mit seinem smarten Lautsprecher Homepod endlich einmal wieder alles richtig machen wollte, hat sich das Unternehmen reichlich viel Zeit mit seiner Entwicklung gelassen. Dass die ursprünglich für vergangenen Herbst geplante Veröffentlichung zur weiteren Optimierung des Geräts und seiner Software auf Anfang dieses Jahres verschoben wurde, spielt da nur noch eine untergeordnete Rolle. Während Konkurrenten wie Googles Home und vor allem Amazons Echo, den es bereits in der zweiten Generation und zudem in verschiedenen Ausführungen gibt, schon zahlreiche Wohnzimmer erobert haben, muss der Homepod nun einiges aufholen. Das dürfte allerdings angesichts des enttäuschenden Ergebnisses der Mühen eine kaum lösbare Aufgabe sein.Selbst die treue Apple-Fangemeinde wird dem Hersteller da nicht viel helfen.

Das liegt vor allem daran, dass Apple auch beim Homepod wieder auf sein abgegrenztes Ökosystem setzt. Während das bei anderen Produkten vom iPhone bis hin zum Mac trotz aller Kritik noch immer relativ gut funktionierte und weitere Verkäufe ankurbelte, läuft es in diesem Fall schlichtweg der Grundidee eines solchen Geräts zuwider. So punkten etwa Google Home und Amazon Echo bei den Kunden und Testern gerade mit ihrer Offenheit, indem sie beispielsweise neben den eigenen Streaming-Diensten auch jene der Konkurrenz und von Drittanbietern voll einbinden. Apple hingegen setzt ausschließlich auf das eigene Angebot Apple Music. Wer etwas anderes nutzen will, muss dafür den manuellen Umweg über AirPlay gehen. Damit jedoch wird das Gerät zum Gerät zum reinen Lautsprecher degradiert, der den Zusatz smart – trotz toller Technik (siehe Fotostrecke und Video auf Seite 4 und 5) im Inneren – nicht verdient.

Ganz allgemein zeigt sich der Homepod im Zusammenspiel und der Vernetzung mit anderen Geräten eher als tumber Klotz, denn als kluger Helfer. Indem er beispielsweise nicht einmal mit einem Android-Smartphone eingerichtet werden kann, sperrt Apple direkt einen Großteil der potenziellen Kunden aus. Ähnlich schlecht ist seine Kompatibilität auch bei der Steuerung von Funktionen und Geräten im smarten Heim, obwohl gerade dieser Aspekt den smarten Lautsprechern die Zukunft als Zentrale im Smart Home sichern soll.

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