»Meltdown« und »Spectre« können Ausblick nicht trüben: Intel steigert Umsatz und blickt optimistisch in die Zukunft

Das vierte Quartal des vergangenen Jahres hat Intel mit guten Zahlen abgeschlossen. Der Ausblick auf die nächsten Monate fällt trotz »Meltdown« und »Spectre« positiv aus – mit großen finanziellen Auswirkungen rechnet der Konzern nicht.

Intel-Zentrale in Santa Clara, Kalifornien
(Foto: Intel)

Das gut laufende Geschäft mit Rechenzentren hat Intel einen starken Jahresabschluss beschert. Im vierten Quartal legte der Prozessorhersteller um vier Prozent auf 17,1 Milliarden Dollar zu, im Gesamtjahr lag der Umsatz bei 62,8 Milliarden Dollar – ein Plus von sechs Prozent (PDF). 2017 sei ein Rekordjahr für Intel gewesen und das vierte Quartal ein Rekordquartal, stellte CEO Brian Krzanich zufrieden fest. Die strategischen Investments in Bereiche wie Memory, Communications, autonomes Fahren und FPGAs (Field-Programmable Gate Array) hätten sich ausgezahlt.

Den größten Teil zum Intel-Umsatz steuerte auch im vierten Quartal die Client Computing Group (CCG) bei, deren Umsatz mit neun Milliarden Dollar allerdings zwei Prozent unter dem Vorjahreswert lag. Angetrieben wird das Wachstum beim Chipriesen von der Data Center Group (DCG), die sich um 20 Prozent auf 5,6 Milliarden Dollar steigerte. Auch Internet of Things Group (IOTG, plus 21 Prozent), Non-Volatile Memory Solutions Group (NSG, plus neun Prozent) und Programmable Solutions Group (PSG, plus 35 Prozent) legten deutlich zu und kommen gemeinsam mittlerweile schon auf 2,3 Milliarden Dollar.

Unter dem Strich muss Intel allerdings einen Verlust ausweisen, weil im Zuge der US-Steuerreform hohe Abgaben auf Vermögen im Ausland fällig werden und der Konzern eine einmalige Abschreibung von 5,4 Milliarden Dollar vornehmen musste. So verbleibt denn ein Quartalsverlust von 687 Millionen Dollar, nachdem man vor einem Jahr noch 3,6 Milliarden Dollar Gewinn im Jahresabschlussquartal machen konnte. Für die Zukunft rechnet das Unternehmen allerdings mit einer niedrigeren Steuerrate als bisher und teilt mit, die Steuerreform unterstütze Investitionen in den USA wie den geplanten Ausbau der Intel-Fabrik in Arizona.

Überhaupt fällt der Ausblick des Prozessorherstellers, der in den vergangenen Wochen wegen seiner Informations- und Updatepolitik rund um die CPU-Sicherheitslücken »Meltdown« und »Spectre« in die Kritik geraten war, ausgesprochen positiv aus. Diese wurden erst nach Quartalsende in der Öffentlichkeit bekannt und erschüttern nicht nur Prozessorhersteller selbst, sondern die gesamte IT-Branche. Dennoch rechnet Intel nicht mit größeren finanziellen Auswirkungen auf die eigenen Geschäfte. Für das erste Quartal 2018 prognostiziert man einen Umsatz von 15 Milliarden Euro und damit 200 Millionen mehr als im Q1 des vergangenen Jahres. Für das gesamte Geschäftsjahr 2018 werden 65 Milliarden Dollar angepeilt – 2,2 Milliarden mehr als 2017.