Mining-Boom belastet den Fachhandel: Anhaltende Allokationen bei Grafikkarten

Trotz der Kursstürze bei Kryptowährungen führen die Einkäufe professioneller Miner weiterhin dazu, dass die Preise für Grafikkarten teils erheblich steigen und viele Modelle kaum oder nicht mehr verfügbar sind.

Die enorme Nachfrage professioneller Mining-Farmen treibt die Preise für Grafikkarten weiter in die Höhe
(Foto: Photocreo Bednarek - Fotolia)

Der anhaltende Hype um Kryptowährungen wie Bitcoin und Ether ist für die ITK-Branche Fluch und Segen zugleich. Daran vermag auch der jüngste Kurssturz angesichts der drohenden Handelsbeschränkungen in mehreren Asiatischen Ländern bislang nichts zu ändern. Einerseits treiben professionelle Schürfer und Neueinsteiger den Absatz von Grafikkarten bereits seit Monaten in nie dagewesene Höhen und sorgen damit für klingelnde Kassen bei den Herstellern und insbesondere Großhändlern. Gleichzeitig führt dies andererseits allerdings zu einer erheblichen Verknappung bei vielen gefragten Modellen der Mittel- und Oberklasse und deutlich steigenden Preisen.

Während die Miner angesichts ihrer erwarteten Gewinne meist gerne bereit sind, deutlich höhere Preise zu bezahlen, kann der Fachhandel die eigentliche Kundschaft ambitionierter Gamer und Schrauber nicht mehr bedienen, wodurch ausgerechnet eine besonders kaufkräftige Klientel vergrämt wird. Insofern hilft den Händlern auch der Preisanstieg nicht weiter. Damit fällt neben dem Flash-Speicher, bei dem es in Bereichen wie SSDs und RAM im Consumer-Umfeld ebenfalls noch immer Lieferengpässe und vergleichsweise hohe Preispunkte gibt, schon die zweite wichtige Produktgruppe aus dem alltäglichen Geschäftsleben teilweise aus.

Auf welche Grafikkarten es die Miner besonders abgesehen haben, lässt sich alleine schon anhand der Preisentwicklung gut nachvollziehen. Statt wie üblich in den Monaten nach der Veröffentlichung etwas abzusinken, steigen die Preise nun teils in astronomische Höhen. So müssen Kunden etwa für Nvidias aktuelles Topmodell im Consumer-Umfeld, die Geforce GTX 1080 Ti mit elf GByte VRAM, derzeit je nach Hersteller teils über 900 Euro auf den Tisch legen und damit gut 200 Euro mehr als die offizielle Preisempfehlung zur Einführung. Wenn sie denn überhaupt noch zu bekommen ist. Denn immer wieder kommt es vor, dass von einzelnen Modellen gar nicht mehr ausreichende Stückzahlen in den Handel gelangen, um die Nachfrage zu bedienen.

Übersicht