Handelsstopp in mehreren Ländern: Versandhändler Misco in Schwierigkeiten

Der Versandhändler Misco ist in massiven Schwierigkeiten: Nachdem die britische Einheit im Herbst Insolvenz anmeldete, folgte nun ein Handelsstopp in einigen europäischen Ländern. Die deutsche Misco-Einheit ging bereits im Jahr 2016 an Cancom.

Die im Jahr 1985 gegründete Misco drängte bereits in den 80-ger Jahren nach Europa und zählten zu den größten Versandhändlern für IT- und TK-Artikeln auf dem Kontinent. Während das deutsche Geschäft, einer der ersten europäischen Niederlassungen des Direktvermarkters, bereits im Jahr 2016 an die Cancom SE veräußert wurde, vertrieben die übrigen Einheiten, inzwischen mit einem Hauptquartier in Welligborough/England, gerade in Westeuropa vermeintlich noch erfolgreich weiter IT-Artikel per Katalog und mittlerweile verstärkt auch über Telefon-Sales und das Internet an Privatkunden und Firmen. Im vergangenen Jahr räumte CEO Alan Cantwell gegenüber der britischen CRN-Ausgabe erstmals ein, dass die Firma bereits Schulden von 22 Millionen britischen Pfund angehäuft habe. Nachdem eine Reorganisation keiner Verbesserung der Lage erzielte und ein Verkauf an den Versandhändler PCM nicht zustande kam, meldete Misco UK Insolvenz an.

Als ein wesentlicher Grund für den Niedergang der Misco auf der Insel wird die Einführung eines Shared-Services-Center in Ungarn angesehen. In Folge wurden kompetente Kräfte in der lokalen Kundenbetreuung abgebaut. Der Umsatz des Händler fiel von rund 310 Millionen Pfund auf gut 180 Millionen im Jahr 2016, berichtet CRN UK.

Die übrigen Gesellschaften in Europa sollten zunächst weiterhandeln, aber inzwischen hat die Firma in einigen europäischen Ländern den Vertrieb eingestellt: So waren die Webseiten des Unternehmens in Spanien, Italien und Schweden nicht mehr erreichbar - aus technischen Gründen wie es zunächst hieß. Inzwischen werden spanische Kunden an die niederländische Misco Solutions weitergeleitet. Die niederländische Einheit ist der stärkste Arm des Unternehmens in Europa, CEO Cantwell bezifferte den Umsatz lvon Misco Solutions auf 160 Millionen Pfund.

Das deutsche Misco-Team mit etwa 45 Mitarbeitern ging im Jahr 2016 im Rahmen eines Asset Deals an die Cancom SE. Cancom hoffte durch die Übernahme, die »Schlagkraft des beestehenden Direktvertriebs zu erhöhen«. Außerdem erkaufte sich der IT-Dienstleister damit den Zugang zu weiteren Kunden im mittelständischen Segment und im Großkundenbereich.