Konzern dementiert Verkauf des Broadliners: Ingram Micros Muttergesellschaft HNA Group unter Druck

Es braut sich etwas zusammen rund um die HNA Group: Zwei Tochterunternehmen des Konzerns, darunter Ingram Micros Muttergesellschaft Tianjin Tianhai, setzten den Handel ihrer Aktien aus. Die aggressiv expandierende – und in Folge hoch verschuldete – chinesische Gruppe könnte Distributor Ingram Micro verkaufen, wird spekuliert.

Das Headquarter der HNA Group

Die chinesische HNA Group sieht sich zunehmend Druck ausgesetzt – von staatlicher Seite wie auch infinanzieller Hinsicht. Der Mischkonzern hat seit 2015 Anlagen im Gesamtwert von 40 Milliarden Dollar außerhalb Chinas aufgekauft, darunter einen Anteil von fast zehn Prozent an der Deutschen Bank oder Anteile von 25 Prozent an der Hilton Group. Über die Transport- und Logistik-Tochter Tianjin Tianhai hat HNA auch den weltgrößten IT-Distributor Ingram Micro übernommen.

Die aggressive Expansion rief aber im vergangenen Jahr die chinesische Regierung auf den Plan, welche die Expansion der chinesischen Privatkonzerne wie HNA stärker überprüft wissen will. Der Vorwurf: Die Expansion erfolge allzuoft bei hoher Verschuldung und geringer Kapitalausstattung. Dem Vorwurf mangelnder Transparenz wollte der Konzern zwar mit einer »Transparenz-Offensive« begegnen, die verwickelten Konzernverflechtungen wurden dadurch aber nicht fassbarer. Wenig überraschend wird die HNA Group bis heute misstrauisch beäugt ja, gilt sogar als Pulverfass, denn Gerüchte über Liquiditätsengpässe machen die Runde. Die »Financial Times« will in Erfahrung gebracht haben, dass HNA bereit sei, für Bankkredite mit einjährliger Laufzeit Zinsen zwischen elf und zwölf Prozent zu zahlen. Zur Jahresmitte 2017 lag der Zinssatz den Informanten der Zeitung zufolge noch bei 7,5 Prozent.

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