Drei Milliarden Dollar Kaufpreis: Dell stößt Services-Sparte an NTT ab

NTT übernimmt Dells Beratungsgeschäft für drei Milliarden Dollar. Mit dem Verkauf konsolidiert sich Dell für die EMC-Übernahme.

(Foto: Michaela Wurm/CRN)

Dell trennt sich von seiner ­Services-Sparte, um die Kosten für die EMC-Übernahme stemmen zu können. Für drei Milliarden Dollar (umgerechnet 2,73 Milliarden Euro) kauft der ja­panische Technologiekonzern NTT den Geschäftsbereich, um stärker auf dem amerikanischen Markt präsent zu sein und im Cloud-Geschäft zu wachsen. »Es gibt nur wenige Akquisitionsziele in unserem Markt, die diese einzigartige Gelegenheit bieten, unsere Wettbewerbsfähigkeit und die Angebotstiefe zu erhöhen«, begründet NTT-Data-Chef John McCain die Übernahme.

Die Services-Sparte hatte sich aus der 2009 von Dell für 3,9 Milliarden Dollar übernommenen Perot Systems entwickelt und bedient vor allem das amerikanische Gesundheitswesen, die öffentliche Verwaltung sowie den Banken- und Versi­cherungssektor. Mit dem Kauf wechseln auch 28.000 Angestellte den Arbeitgeber. Die Übernahme ist für die Japaner die jüngste in einer Reihe von Zukäufen. Die Nippon Telegraph-Tochter hatte bereits 2010 Dimension Data für 3,1 Milliarden Dollar übernommen, ein Jahr später folgte der amerikanische Service-Provider Keane für 1,2 Milliarden.

Schon Mitte März war über NTT als möglichen Käufer für Perot Systems spekuliert worden. Allerdings stand zu diesem Zeitpunkt ein Kaufpreis von 3,5 Milliarden Dollar im Raum. Das ist nochmal deutlich weniger als die bis zu sechs Milliarden Dollar, die sich Dell noch vergangenen Herbst von der Veräußerung versprochen hatte (CRN berichtete). Den amerikanischen IT-Konzern kostet die EMC-Übernahme insgesamt 67 Milliarden Dollar, 49 Milliarden sollen davon als Schulden aufgenommen werden. Es ist die bislang größte Übernahme der Geschichte im IT-Sektor. Erst vor kurzem hatte Dell die regulatorischen Freigaben sowohl in den USA als auch in Europa erhalten. Die Amerikaner wollen mit dem Kauf ihr Geschäft bei Speicherdiensten erweitern, um besser gegen Konkurrenten wie HP bestehen zu können.