Starker Markt mit starken Margen: Gebrauchte Hard- und Software werden salonfähig

Immer mehr Unternehmen und Privatkunden nutzen die Vorteile gebrauchter Hard- und Software. Mit professionellen Partnern kann der Fachhandel vom zweistelligen Wachstum des Marktes profitieren und sich zusätzliche Umsatzchancen mit rentablen Margen sichern.

Wachstum gegen den Trend

Die professionelle Aufarbeitung von Hardware erfordert weit mehr als nur ein paar kosmetische Verbesserungen

»Markennamen wie Elitebook oder Thinkpad stehen bei unseren Partnern und deren Kunden für Qualität und Langlebigkeit und sind seit Jahren gefragte Produkte. Aber auch klassische Desktop-PCs sind weiterhin sehr beliebt«, beantwortet Ralf Schweitzer, Geschäftsführer von GSD, im Interview mit CRN die Frage nach den beliebtesten Produkten. Aktuell nehme zudem auch im Gebrauchtmarkt die Nachfrage nach dünneren, leichteren und schnelleren Geräten wie Ultrabooks zu, so Schweitzer weiter.

Aktuell gibt es schon mehr als zehn professionelle Refurbisher in Deutschland. Wie gut das Geschäft mit gebrauchter Hardware läuft, zeigt, dass diese hierzulande jede Woche nach eigenen Angaben weit über 10.000 Geräte überholen und zurück in den Markt bringen. Neben PCs, Notebooks und Ultrabooks haben die meisten von ihnen auch Peripheriegeräte wie Monitore und sogar Server im Angebot. Neuestes Wachstumsfeld sind Tablet-PCs und Smartphones. Gartner geht davon aus, dass die Nachfrage für gebrauchte Smartphones bis zum nächsten Jahr auf über 120 Millionen Stück weltweit wächst. Allerdings stellen Mobiltelefone die Refurbisher vor schwere Aufgaben. Einerseits ist die Aufbereitung besonders aufwendig und die Kunden akzeptieren weniger optische Mängel als bei PCs, andererseits ist es gerade bei den stark nachgefragten Geräten von Apple schwer, ausreichend hochwertige Ware in den Wareneingang zu bekommen.

»Obwohl der PC-Markt schrumpft, wächst der Gebrauchtmarkt kontinuierlich«, stellt Marco Kuhn, Vertriebsleiter von bb-net und der Eigenmarke tecXL im CRN-Interview fest. »Durch die hochwertigere Verarbeitung von Neugeräten werden die Laufzeit-Zyklen immer länger, da die Geräte, die bei den Kunden stehen, oft schon zu gut sind.« Dadurch kommen bei Austauschwellen immer wieder topaktuelle und manchmal erst wenige Tage alte Geräte in den Gebrauchtmarkt. Mit diesen können Systemhäuser ihren Kunden einen Generationswechsel auf aktuelle Modelle oft schon für etwas mehr als die Hälfte des Neupreises anbieten, wenn sie dafür gleichzeitig ihre etwas älteren PCs in Zahlung geben.