Innovation und Investition gefragt: UE-Branche in der Abwärtsspirale des Preiskampfes

Die UE-Branche ächzt unter schlechten Geschäften. Einen Hebel zur Kehrtwende könnte jetzt die CES aufzeigen, auf der die Vernetzung im Vordergrund steht.

(Foto: lungth-Fotolia)

In Las Vegas ist gerade die CES (früher Consumer Electronics Show genannt) zu Ende gegangen und hat die Branche wieder mit Superlativen gefüttert. Unter anderem mussten die Veranstalter, die Consumer Technology Association, die Zahl der eingelassenen Besucher limitieren, da der Ansturm auf die technische Leitmesse schon im vergangen Jahr zu immens war, um den Massen noch angemessen Herr zu werden. Darüber hinaus waren aber auch die gezeigten Produkte wieder die ersten, die größten und 2016 vor allem die smartesten. Intelligente Vernetzung steht ganz oben auf der Agenda der internationalen Hersteller. Thermosbecher, Fieberthermometer, Schuhsohlen und selbst das Haustierhalsband sind mittlerweile mit zahlreichen Sensoren ausgestattet, um noch den speziellsten Alltagsbereich zu digitalisieren.

So fern jedoch die blinkende Lichterwelt Las Vegas von Deutschland ist, so wenig Einfluss haben die gezeigten Innovationen der CES derzeit noch auf den hiesigen Markt für Unterhaltungselektronik. Zwar veröffentlichten die beiden Verbände gfu und BVT die Zahlen zum Jahresendquartal noch nicht, der Consumer Electronics Marktindex Deutschland (Cemix) lässt aber schon erahnen, dass 2015 nicht das erfolgreichste Jahr der Branche war. Zwischen Januar und Ende September brachen die Umsatzzahlen von klassischer Unterhaltungselektronik, zu der unter anderem TVs, Video- sowie Audio-Systeme zählen, um 8,6 Prozent im Vergleich zu 2014 ein. Im entsprechenden Zeitraum des Vorjahres war es noch ein Minus von drei Prozent, was aufzeigt, dass der Abwärtstrend des Marktes nochmals zunimmt. »Nach einer Phase, die im Wesentlichen von der Einführung der Flat-TVs ab 2005 profitiert hat, wird der TV-Bereich als größter Produktbereich nach und nach wieder zu einem Markt für Ersatzbeschaffung«, erklärt Hans-Joachim Kamp, Aufsichtsratsvorsitzender der gfu. »Zudem wirkt hier der anhaltende Preisverfall dem Umsatz entgegen.« Absatzsteigerungen würden daher nicht zu Umsatzzuwächsen führen.