Mehr Unternehmensinsolvenzen erwartet: Vor der nächsten Konsolidierungswelle

Die Zahl der Firmenpleiten soll im Jahr 2015 in Deutschland wieder ansteigen. Vor allem auch die IT-Branche könnte vor einer neuen Konsolidierungswelle stehen.

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Euler Hermes trübt mit seiner aktuellen Prognose den allgemeinen Optimismus, der den Start ins neue Jahr 2015 begleitet, deutlich ein: Der Kreditversicherer erwartet nach mehreren Jahren mit rückläufiger Tendenz in diesem Jahr wieder einen Anstieg bei den Unternehmensinsolvenzen in Deutschland. »Deutschland war in den vergangenen Jahren immer der Klassenprimus im europäischen Raum. Im kommenden Jahr dreht sich dies jedoch: Im Jahr 2015 steigen die Insolvenzzahlen voraussichtlich um 2 Prozent an«, ist Ludovic Subran, Chefökonom der Euler Hermes-Gruppe, überzeugt. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr ging die Zahl der Firmenpleiten sogar um sechs Prozent zurück – knapp 24.500 Fälle gab es zu verzeichnen. In diesem Jahr rechnet der Kreditversicherer in Deutschland mit knapp 25.000 neuen Insolvenzfällen. »Gründe für diese Entwicklung in Deutschland sind die sich abschwächende Binnennachfrage sowie die zahlreichen internationalen Herausforderungen, die den Export bremsen«, erklärt der Fachmann. Euler Hermes prognostiziert eine Zunahme an Zahlungsausfällen und sinkende Margen insbesondere in den größten deutschen Industriezweigen.

Vor allem auch in der IT-Industrie ist angesichts des Umbruchs des Marktes durch den Siegeszug neuer Technologien mit einer erneuten Konsolidierungswelle zu rechnen. Die Prognose des Kreditversicherers steht daher in Einklang mit wenig optimistischen Ausblicken mancher Branchen-Experten. »Die Konsolidierung und Umstrukturierung im Markt wird weiter voranschreiten«, zeigt sich beispielsweise der neue Ingram Micro-Chef Ernesto Schmutter überzeugt. Der Markt sei durch die voranschreitende Digitalisierung sowie die Trendthemen Mobile Devices, Big Data und Internet of Things geprägt. Dadurch entstünden neue Anwendungsbereiche und Kundensegmente für IT-Anbieter. Gleichzeitig müssten diese mit Flexibilität auf die veränderten Marktbedingungen reagieren, um nicht den Anschluss zu verlieren, mahnt Ernesto Schmutter.

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