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CRN-Interview mit Sylvia Haensel von Stellar Datenrettung

»Zumeist passiert der Datenverlust direkt beim Backup«

11. Mai 2016, 07:33 Uhr   |  Daniel Dubsky

»Zumeist passiert der Datenverlust direkt beim Backup«
© Stellar Datenrettung

Sylvia Haensel, Country Manager DACH bei Stellar Datenrettung

Mit CRN spricht Sylvia Haensel, Country Manager DACH bei Stellar Datenrettung, über die Ursachen von Datenverlusten, die Bedeutung von Spezialisierungen und wie sich etwa durch Festpreis-Angebote auch Privatnutzer für Datenrettungsdienste gewinnen lassen.

CRN: Frau Haensel, wie entwickelt sich der Markt für Datenrettungsdienste, nimmt die Nachfrage zu?

Sylvia Haensel: Datensicherheit und Datenrettung verzahnen immer stärker. Wir sind ja fast 25 Jahre dabei und stellen fest: Der Markt wächst natürlich mit der Zunahme der Hardware und diese Tendenz ist trotz Cloud steigend. Bei Stellar sehen wir weiterhin eine konstante Nachfrage mit steigenden Tendenzen bei bestimmten Segmenten. Der Mix der Datenträgerrettungen ist hier sehr unterschiedlich. Während vor ein paar Jahren noch die Datenrettung von Festplatten im Vordergrund stand, erleben wir nun eine Konzentration auf NAS- und RAID-Systeme sowie mobile Datenträger, insbesondere Smartphones. Letzten Endes zählen in diesem Wachstumsmarkt aber immer die Erfahrungen der Anbieter, ihre Seriosität und Zertifizierungen.

CRN: Eigentlich sollten Unternehmen doch eine durchdachte Backup-Strategie fahren, sodass sie verlorene Daten selbst wieder herstellen können. Warum wird trotzdem oft die Hilfe professioneller Datenretter benötigt?

Haensel: Ach ja, die Backupstrategie. Das ist wie bei allen fast perfekten Systemen: In der Theorie bedenkt man alles, die Praxis ärgert einen dann trotzdem und immer zur unpassenden Zeit. Zumeist passiert der Datenverlust sogar direkt beim Backup oder aber das Backup ist zu alt und die Unternehmen benötigen schnell und dringend die Daten wieder. Es kommt hier ja auch gerade bei Firmenkunden auf die Zeit/Kosten-Relation an.

CRN: Inwieweit erschweren Virtualisierung und Software-defined Storage die Wiederherstellung von Daten?

Haensel: Software-definierte Speichersysteme schaffen zwar zum Teil neue Unabhängigkeiten, unangreifbar sind sie aber nicht und sie benötigen andere Wege bei der Datenwiederherstellung. Das bedeutet, dass bei der Wiederherstellung die Experten zum Einsatz kommen, die sich darauf spezialisiert haben. Bei den extrem schnellen technologischen Zyklen sind Spezialisierungen eindeutig gefragt und notwendig. Wir haben zum Beispiel vor zwei Jahren das Mac Lab gegründet, weil die Besonderheiten der Betriebssysteme und die Zunahme der Fälle das erforderten. Für andere Services gibt es ebenfalls F&E Spezialunits.

CRN: Wie wichtig ist im Bereich professioneller Datenrettung das Consumer-Segment?

Haensel: Wir haben durch unseren Economy Service, der einen Festpreis inklusive Abholung, freie Diagnose, alle Ersatzteile sowie einen neuen Datenträger, auf dem die Daten gespeichert werden und Rücksendung ein attraktives Angebot für Privatkunden, das viel und oft genutzt wird. Bei Smartphones ist es ähnlich. Der Markt wächst auch hier und das ist häufig ein Thema für die Partner.

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2. »Wer Daten professionell wiederherstellt, sollte sie auch definitiv löschen können«

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