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Viren-E-Mails bereiten Boden für neue Spam-Offensive

27. Oktober 2008, 13:34 Uhr   |  Bernd Reder | Kommentar(e)

Viren-E-Mails bereiten Boden für neue Spam-Offensive

Die Zahl der E-Mails mit einem Virus an Bord hat sich laut Retarus seitAnfang des Jahres verzehnfacht.

Einen massiven Anstieg von virenverseuchten E-Mails haben die Sicherheitsexperten von Retarus und Antispameurope in den vergangenen sechs Wochen registriert. Die Fachleute fürchten, dass es sich um die Vorhut einer neuen Spam-Welle handelt.

Mittlerweile kommen nach Angaben von Antispameurope auf jede erwünschte elektronische Nachricht an die 350 Spam-E-Mails.
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Mittlerweile kommen nach Angaben von Antispameurope auf jede erwünschte elektronische Nachricht an die 350 Spam-E-Mails.

Nach Angaben von Retarus, einem Anbieter von Messaging-Lösungen aus München, war es in den vergangenen acht Monaten an der »Virenfront« vergleichsweise ruhig. Seit Anfang August registrieren die Rechenzentren der Firma jedoch einen dramatischen Zuwachs von E-Mails mit Viren an Bord.

In den ersten beiden Oktoberwochen verfünffachte sich die Zahl der Viren-Mails und erreichte den zehnfachen Wert, den der Messaging-Service-Provider in den ersten sieben Monaten des Jahres verzeichnete.

Die »Nutzlast« vieler dieser Nachrichten besteht aus dem Trojaner »Agent-HNY«. Mit seiner Hilfe wollen die Versender Rechner in »Zombies« umfunktionieren und in Bot-Netze integrieren. Diese Bot-Nets wiederum werden zum Versenden von Werbe-Müll genutzt.

Im Winter kommt neue Spam-Welle

»Nationale und internationale Behörden konnten in jüngster Zeit bemerkenswerte Erfolge im Kampf gegen Spam-Versender verbuchen, und die Qualität der Spam-Bekämpfung steigt allgemein«, erläutert Oliver Pannenbäcker, Vice President Electronic Services bei Retarus. »Um das nach wie vor erfolgreiche Geschäftsmodell ‚Spam‘ fortzuführen, ergreifen Spam-Versender entsprechende Gegenmaßnahmen.«

Das Unternehmen geht davon aus, dass der Anstieg von Schadcode die Vorhut einer neuen Spam-Welle ist, die derzeit im Entstehen begriffen ist.

Das bestätigt auch Antispameurope, ein Anbieter von E-Mail-Sicherheitsdiensten. Die Firma rechnet damit, dass im Winterhalbjahr die Belastung der Netze von Service-Providern und Unternehmen durch unerwünschte Werbenachrichten stark zunimmt. Ebenso wie Retarus hat Antispameurope einen Ausbau der Bot-Netze im Sommer beobachtet.

»Der Rekordwert des Spam-Aufkommens aus dem Sommer wird voraussichtlich bis Weihnachten übertroffen«, sagt Daniel Hofmann, Geschäftsführer von Antispameurope. Laut der Sicherheitsfirma aus Hannover kommen derzeit auf eine erwünschte elektronische Nachricht im Schnitt 338 Spam-E-Mails.

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