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Staaten fordern von Facebook eine Hintertür für Strafverfolgsbehörden

07. Oktober 2019, 16:21 Uhr   |  Stephanie Jarnig

Staaten fordern von Facebook eine Hintertür für Strafverfolgsbehörden
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Facebook möchte seine Kommunikationsdienste auf Ende-zu-Ende-Verschlüsselung umstellen. Damit können verbotene oder problematische Inhalte auch nicht mehr zum Beispiel mit Hilfe von Analysesoftware aufgespürt werden. Die USA, Großbritannien und Australien fordern von Facebook eine Hintertür für die Strafverfolgung.

Die USA, Großbritannien und Australien haben Facebook aufgefordert, den angekündigten Ausbau der Verschlüsselung beim Online-Netzwerk nicht ohne eine Hintertür für Strafverfolgungsbehörden umzusetzen. Dies sei wichtig, um Kinder vor Gewalt und sexuellem Missbrauch zu schützen, erklärten die Regierungen in einem Brief an Facebook-Chef Mark Zuckerberg.

Kriminelle, die Kinder missbrauchen oder kinderpornografisches Material erstellen, nutzen verschlüsselte Nachrichten, um illegales Material auszutauschen und sich mit Mittätern abzustimmen, wie der Chef der US-Bundespolizei FBI, Christopher Wray, am Freitag in Washington erklärte. Smartphones und Laptops drohten zu einem gesetzlosen Raum zu werden, warnte er. Es brauche sicheren und geschützten Datenaustausch, aber auch Sicherheit für die Gemeinschaft. Regierung und Technologiefirmen müssten dafür nun eine gemeinsame Lösung finden, forderte Wray.

Allein 2018 meldete Facebook fast 17 Millionen Fälle möglichen Kindesmissbrauchs, mit der geplanten Ausweitung der Verschlüsselung wären schätzungsweise rund 12 Millionen Fälle davon aber wohl nicht bemerkt worden, wie es in dem Brief nach Angaben des US-Heimatschutzministeriums vom Donnerstag (Ortszeit) hieß.

Zuckerberg hatte im Frühjahr angekündigt, dass Facebook den Einsatz von Verschlüsselung stark ausbauen wolle. So sollen Facebooks Chatdienste WhatsApp und Messenger sowie die Kommunikationsfunktion des Fotodienstes Instagram auf eine gemeinsame technische Plattform mit sogenannter Ende-zu-Ende-Verschlüsselung umgestellt werden. Bei der Komplett-Verschlüsselung sind Inhalte von Kommunikation grundsätzlich nur für Absender und Empfänger im Klartext sichtbar. Auch Facebook hätte keinen Zugriff darauf. Damit können verbotene oder problematische Inhalte auch nicht mehr zum Beispiel mit Hilfe von Analysesoftware aufgespürt werden.

WhatsApp hat bereits standardmäßig Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, beim Messenger kann sie für vertrauliche Chats zugeschaltet werden.

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