Schwerpunkte

Darknet

Server aus Darknet-Cyberbunker werden noch ausgewertet

20. Januar 2020, 16:51 Uhr   |  Ira Schaible, dpa

Server aus Darknet-Cyberbunker werden noch ausgewertet

Die sichergestellten Server des ersten »Bulletproof-Hosters«, den die Polizei im September ausheben konnte, werden immer noch gesichtet. Voraussichtlich Ende Februar oder Anfang März soll Anklage erhoben werden.

Die grobe Sichtung des Materials aus dem Darknet-Rechenzentrum in einem früheren Bunker an der Mosel soll bis Anfang Februar fertig sein. »Etwa zwei Drittel ist abgeschlossen«, sagte Christian Wollstadt vom Landeskriminalamt am Montag in Mainz. Die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz werde voraussichtlich Ende Februar oder Anfang März Anklage erheben.

Von den 403 - teils abgebauten - Servern, die sichergestellt wurden, sei nur auf 3 kein Zugriff möglich, weil Kunden die Daten verschlüsselt hätten, berichtete Wollstadt. Bei der aktuellen Grobsichtung sei es wichtig auszuschließen, dass es etwa noch Fälle von sexuellem Missbrauch gegen Kinder gebe.

Das Serverzentrum für illegale Geschäfte im Darknet war am 26. September ausgehoben und der Ex-Bundeswehr-Bunker in Traben-Trarbach beschlagnahmt worden. Die Betreiber sollen auf Servern Webseiten gehostet haben, über die Kriminelle Drogen verkauften, Falschgeldgeschäfte abwickelten, Darstellungen von sexueller Gewalt gegen Kinder verschickten oder Cyberangriffe starteten.

Von 13 Beschuldigten sitzen 7 in U-Haft. Sie würden weiterhin vernommen. Hauptakteur soll ein Niederländer sein, der den »Cyberbunker« Ende 2013 erworben und nach und nach aufgebaut habe. Alles was in dem Bunker gehostet worden war, sei illegal gewesen. Allein ein Darknetshop für Betäubungsmittel sei mit mehreren Hunderttausend Straftaten in Verbindung zu bringen, sagte Wollstadt.

Es war der bundesweit erste Schlag gegen einen »Bulletproof-Hoster«, der mit »höchsten Sicherheitsstandards» kriminelle Kunden vor dem Zugriff staatlicher Organe bewahren wollte. Das Darknet ist ein abgeschirmter Teil des Internets.

Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenAuf Linkedin teilenVia Mail teilen

Das könnte Sie auch interessieren

»Es kann keine Hintertür nur für die Guten geben«
Agentur für Cybersicherheit lässt auf sich warten
Künstliche Intelligenz gegen Kinderpornografie?
Schluss mit dem guten Ruf der deutschen Cloud-Branche
12 Milliarden gestohlene Passwörter im Netz angeboten

Verwandte Artikel

dpa

Computerkriminalität

IT-Security