Schwerpunkte

Offiziell eröffnet

Nationales Cyber-Abwehrzentrum gegen Internet-Angriffe

16. Juni 2011, 10:24 Uhr   |  Elke von Rekowski

Nationales Cyber-Abwehrzentrum gegen Internet-Angriffe

Das Nationale Cyber-Abwehrzentrum (NCAZ) geht offiziell an den Start: Es wurde jetzt vom Bundesinnenminister Dr. Hans-Peter Friedrich eröffnet. Das NCAZ soll dafür sorgen, das Deutschland besser gegen Online-Angriffe auf sensible IT-Infrastrukturen geschützt ist.

Bereits Anfang April haben unter der Federführung des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und mit direkter Beteiligung des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) sowie des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) die zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ihre Arbeit aufgenommen. Seit heute wirken auch das Bundeskriminalamt (BKA), die Bundespolizei (BPol), das Zollkriminalamt (ZKA), der Bundesnachrichtendienst (BND) sowie die Bundeswehr als assoziierte Behörden mit.

»Im Kern der Cyber-Sicherheit steht der Schutz kritischer Infrastrukturen«, sagt Bundesinnenminister Dr. Friedrich. Kritische Infrastrukturen sind Organisationen und Einrichtungen mit wichtiger Bedeutung für das Gemeinwesen, bei deren Ausfall oder Beeinträchtigung nachhaltig wirkende Versorgungsengpässe, erhebliche Störungen der öffentlichen Sicherheit oder andere dramatische Folgen eintreten würden. Das Schadprogramm Stuxnet und als jüngstes Beispiel der Hackerangriff auf den französischen Atomkonzern EDF (Electricité de France) hätten gezeigt, dass auch die IT-Systeme kritischer Infrastrukturen im Fokus von Cyber-Angriffen stünden »Wir müssen feststellen, dass die Gefahr von Angriffen auf diese Systeme zunimmt«.

Das Cyber-Abwehrzentrum hat zur Aufgabe, IT-Sicherheitsvorfälle schnell und umfassend zu bewerten und abgestimmte Handlungsempfehlungen zu erarbeiten. Dazu werden unter anderem Informationen über Schwachstellen in IT-Produkten ausgetauscht sowie IT-Vorfälle, Verwundbarkeiten und Angriffsformen analysiert. Alle beteiligten Behörden arbeiten dabei unter Beibehaltung ihrer bisherigen gesetzlichen Befugnisse.

»Die Gründung des nationalen Cyber-Abwehrzentrums ist ein wichtiger Schritt zum richtigen Zeitpunkt auf dem Weg zu mehr Schutz vor Cyber-Angriffen. Das Zentrum schließt eine Lücke in der Kommunikation zwischen den Behörden, die vom Thema Cybersicherheit betroffen sind«, kommentiert Bitkom-Präsidiumsmitglied Prof den offiziellen Start des NCAZ. Dieter Kempf. Er merkt jedoch an, dass bei einem Ausbau des NCAZ die Privatwirtschaft stärker einbezogen werden sollte. Betroffene Unternehmen und ihre Mitarbeiter können so besser geschützt werden. Zudem können Unternehmen mit ihren Experten für Cyber-Security das Lagebild mit wertvollen eigenen Informationen ergänzen. Kempf ist davon überzeugt: »Die Nutzung des Internets für mögliche Straftaten, egal ob von staatlichen Akteuren oder von Kriminellen, erfordert die enge Zusammenarbeit aller beteiligten Akteure«.

Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenAuf Linkedin teilenVia Mail teilen

Das könnte Sie auch interessieren

Schutz vor gefährlicher Verlinkung
Jedes zweite Unternehmen beklagt Probleme

Verwandte Artikel

BSI

Datenschutz

Internet