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Ende der Schönwetterphase

Mehr Firmenpleiten erwartet

10. Dezember 2019, 14:40 Uhr   |  dpa | Kommentar(e)

Mehr Firmenpleiten erwartet

Der jahrelange Rückgang der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland ist vorerst beendet. Aus Sicht von Experten spricht einiges dafür, dass im kommenden Jahr mehr Firmen in die Pleite schlittern werden.

Droht Deutschland 2020 eine Welle von Firmenpleiten? Ganz so dramatisch sehen es die Experten von Creditreform bislang nicht. Allerdings: Erstmals seit dem Krisenjahr 2009 erwartet die Wirtschaftsauskunftei im nächsten Jahr wieder einen Anstieg der Insolvenzen von Unternehmen.

»Der jahrelange Rückgang bei den Unternehmensinsolvenzen ist de facto beendet«, stellte Creditreform-Hauptgeschäftsführer Volker Ulbricht am Dienstag in Frankfurt fest. »Die konjunkturelle Abschwächung in Deutschland macht sich zunehmend in der Insolvenzstatistik bemerkbar.«

Für das kommende Jahr rechnet Creditreform mit 19.800 Firmenpleiten in Europas größter Volkswirtschaft. Das wäre eine Trendwende: Seit 2009 (32.930 Fälle) sind die Zahlen kontinuierlich gesunken, seit dem Höchststand im Jahr 2003 mit 39.470 Firmenpleiten haben sich die Fallzahlen in Deutschland halbiert.

Bis zum Ende des laufenden Jahres werden nach Einschätzung von Creditreform 19.400 Unternehmen hierzulande den Gang zum Insolvenzrichter angetreten haben. Das wären fast genauso viele wie im Jahr 2018 (19.410 Fälle).

Bei den Verbraucherinsolvenzen setzte sich der seit 2010 anhaltende rückläufige Trend fort, wenn auch nicht mehr so deutlich: 65.700 Privatleute rutschten im Jahr 2019 in die Pleite und damit 3,0 Prozent weniger als ein Jahr zuvor (67.740). Hier erwartet Creditreform dank der nach wie vor guten Lage auf dem Arbeitsmarkt 2020 einen weiteren Rückgang auf 64.000 Fälle.

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1. Mehr Firmenpleiten erwartet
2. Über 300.000 Unternehmen auf der Kippe
3. Harte Konsequenzen für Mitarbeiter und Gläubiger

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