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Ende der Schönwetterphase

Mehr Firmenpleiten erwartet

10. Dezember 2019, 14:40 Uhr   |  dpa


Fortsetzung des Artikels von Teil 2 .

Harte Konsequenzen für Mitarbeiter und Gläubiger

Jede einzelne Firmenpleite - und sei sie noch so klein - trifft Mitarbeiter und Gläubiger hart. In Summe stehen Creditreform zufolge im laufenden Jahr rund 218.000 Arbeitsplätze auf der Kippe oder sind bereits verloren - etwa 20.000 mehr als ein Jahr zuvor.

Handwerker, Lieferanten, Kreditgeber müssen häufig zumindest auf einen Teil ihres Geldes verzichten. Creditreform schätzt die Insolvenzschäden im laufenden Jahr auf insgesamt 23,5 Milliarden Euro - auch dies mehr als 2018 (20,1 Mrd Euro).

Sorgen machen den Experten zwei Trends: Zum einen hielten niedrige Zinsen und günstige Finanzierungsbedingungen in den vergangenen Jahren etliche Unternehmen am Leben, die in normalen Zeiten wohl eher ein Pleitekandidat wären. Zum anderen kam es nach den Zahlen von Creditreform 2019 zu einem spürbaren Anstieg der Insolvenzen im Verarbeitenden Gewerbe (plus 6,6 Prozent) - die aktuelle Schwäche der Industrie schlägt also durch.

»Die Unternehmen kommen aus einer langen Phase des Sonnenscheins (...), haben sich etwas Speck angefressen, das verhindert das Schlimmste«, sagt Creditreform-Hauptgeschäftsführer Ulbricht. »Es ist nicht so, als hätten wir einen dramatischen Umschwung. Wir haben eine Symptomatik, die darauf hinweist, dass der Himmel nicht mehr blau ist, sondern dass er sich bewölkt hat. Und vereinzelt regnet es, und es gibt hier und da auch Blitzeinschläge.«

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1. Mehr Firmenpleiten erwartet
2. Über 300.000 Unternehmen auf der Kippe
3. Harte Konsequenzen für Mitarbeiter und Gläubiger

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