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Experten fordern besseren Schutz vor hybriden Bedrohungen

02. September 2019, 08:31 Uhr   |  Stephanie Jarnig

Experten fordern besseren Schutz vor hybriden Bedrohungen
© photosiber - AdobeStock

Experten warnen, dass Deutschland für einen Blackout oder Cyberangriff nur ungenügend vorbereitet wäre. Fachleute aus Sicherheitsbehörden und dem Militär sollen nun stärker zusammenarbeiten, um im Fall der Fälle besser reagieren zu können.

Deutschland ist nach Ansicht von Experten nur unzureichend auf »hybride Bedrohungen« und Angriffe aus dem Cyberraum vorbereitet. Fachleute aus Sicherheitsbehörden, Militär und Wissenschaft plädierten bei einer Fachtagung am Donnerstag in Berlin für einen Ausbau der Zusammenarbeit über Behördengrenze hinweg und mehr Übungen, um auf Angriffe aus dem Internet zu regieren oder kritische Infrastruktur besser zu schützen. Ein Vorschlag: Ein nationales »Lagezentrum Hybrid«, über das es aber keine Einigkeit gab.

Als hybride Bedrohung werden Taktiken verstanden, bei denen Angreifer auf eine Kombination aus klassischen Militäreinsätzen, Computerangriffen, wirtschaftlichem Druck bis hin zu Propaganda in Medien und sozialen Netzwerken setzen. Kritische Infrastrukturen (KRITIS) sind Einrichtungen mit Bedeutung für das Gemeinwesen, bei deren Ausfall die Versorgung oder Sicherheit erheblich gestört sind.

Der Innenminister Mecklenburg-Vorpommerns, Lorenz Caffier, forderte, historisch gewachsene Vorgehensweisen auf dem Prüfstand zu stellen und mehr Informationen zu teilen. »Hybrid heißt auch schnell. Schnell sind Entscheidungen nötig«, sagte der CDU-Politiker. Staatliche Stellen müssten technisch auf »Augenhöhe« mit Angreifern gebracht und es müssten mehr IT-Experten eingestellt werden, die allerdings für Behördengehälter schwer zu gewinnen seien.

Die neue Art von Angriffen aus dem Cyberraum mache deutlich, dass die gesamtstaatliche Sicherheitsvorsorge angepasst und neu organisiert werden müsse, sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Thomas Silberhorn (CSU). »Wir sollten zumindest in der Lage sein, die eigene Kommunikation im Zeitalter der Kommunikation schützen zu können«, forderte Silberhorn. Verstärkte Anstrengungen seien in der »Dimension Weltraum« nötig und beim Schutz der globalen Kommunikation. Hier werde Deutschland Fähigkeiten entwickeln müssen, die noch nicht vorhanden seien.

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