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Hacker greifen in Wahlkampf ein

Cyberangriff auf Labour-Partei

13. November 2019, 13:27 Uhr   |  dpa

Cyberangriff auf Labour-Partei
© Brian Jackson - Fotolia

Befürchtungen, der Wahlkampf in Großbritannien könnte mit unkonventionellen Mitteln gestört werden, scheinen sich zu bestätigen. Wer steckt hinter der Attacke?

Die oppositionelle britische Labour-Partei ist nach eigenen Angaben Opfer eines komplexen und großangelegten Cyber-Angriffs geworden. »Wir haben rasch gehandelt, und diese Versuche sind an unseren robusten Sicherheitssystemen gescheitert«, sagte eine Labour-Sprecherin am Dienstag. Die Wahlkampfaktivitäten der britischen Sozialdemokraten seien aber durch den Angriff teilweise eingeschränkt worden. Zu einem Abfischen von Daten kam es nach Einschätzung der Partei aber nicht. Großbritannien befindet sich mitten im Wahlkampf, am 12. Dezember sollen die Briten ein neues Parlament bestimmen.

Labour-Chef Jeremy Corbyn zeigte sich besorgt über den Vorfall, der sich bereits am Montag ereignet haben soll. »Wenn das ein Vorbote dessen ist, was in dieser Wahl noch kommt, bin ich sehr beunruhigt«, sagte er bei einer Wahlkampfveranstaltung in Blackpool im Nordwesten Englands. Eine Cyber-Attacke auf eine Partei während des Wahlkampfs sei verdächtig, so Corbyn.

Das Nationale Zentrum für Cybersicherheit in Großbritannien (NCSC) teilte mit, der Angriff sei nicht erfolgreich gewesen und nun beendet. »Wir haben Systeme, um Wahlbetrug auf allen Ebenen vorzubeugen, und bislang gab es keine erfolgreiche Cyber-Intervention in die demokratischen Prozesse des Vereinigten Königreichs«, hieß es in einer Mitteilung.

Laut NCSC handelte es sich um einen sogenannten DDOS-Angriff. Bei solchen Attacken werden Server mit einer Flut sinnloser Anfragen von gekaperten Rechnern in die Knie gezwungen. Die Urheber sind in solchen Fällen nur sehr schwer festzustellen. Die BBC berichtete unter Berufung auf eine Labour-Quelle, die Störungen seien von Computern in Russland und Brasilien gekommen, doch das bedeutet nicht, dass der Angriff auch aus diesen Ländern gesteuert wurde.

Über das Ausmaß der Attacke äußerten sich die Experten nicht. Die britische Nachrichtenagentur PA berichtete jedoch unter Berufung auf eine NCSC-Insiderquelle, der Angriff sei auf relativ niedrigem Niveau gewesen. Hinweise auf einen staatlichen Akteur dahinter gebe es keine.

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