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Computeranwender lassen sich von Cyberkriminellen erpressen

13. Juli 2010, 16:28 Uhr   |  Bernd Reder | Kommentar(e)

Computeranwender lassen sich von Cyberkriminellen erpressen

Opfer von Erpressungsversuchen sind zudem oft das Ziel von Datendiebstahl-Attacken.

Wer nicht regelmäßig Sicherungskopien seiner Daten erstellt, ist erpressbar. Das ergab eine Umfrage des IT-Sicherheitsexperten Avira. Immerhin 16 Prozent der Internet-Nutzer sind bereit, einem Cyberkriminellen Geld zu geben, wenn dieser »gekaperte« Informationen wieder freigibt.

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Rund 16 Prozent der Internet-Nutzer, die Avira im Rahmen einer Studie befragte, gaben an, sie würden zwar ihre Bilder, Daten und persönliche Dateien auf ihrem PC speichern, jedoch kein regelmäßiges Backup erstellen. Im Falle eines Daten-Crashes oder wenn ein Erpressungstrojaner diese Daten unzugänglich macht, sind somit sämtliche persönlichen Informationen, Fotos und Adressen gefährdet.

Die betreffenden User sind denn auch bereits, »Lösegeld« zu zahlen, um wieder in den Besitz ihrer Daten zu gelangen. Erschreckend ist, dass laut der Umfrage bereits acht Prozent der Befragten Opfer eines solchen Datenraubs waren und bezahlt haben.

Wer zahlt, geht ein Risiko ein

Ein Erpressungstrojaner nistet sich genauso unauffällig auf dem Rechner ein wie jeder andere Computerschädling. Er verschlüsselt Verzeichnisse und die darin befindlichen Daten. Der User wird anschließend aufgefordert, ein Programm zu erwerben, das die Informationen wieder entschlüsselt, oder das entsprechende Passwort zu »kaufen«.

Solche Ransomware, also Lösegeldsoftware, erfreut sich bei Cyberkriminellen großer Beliebtheit. Avira rät ausdrücklich: Wer für den Wiedererhalt der Daten illegal zur Kasse gebeten wird, sollte dieser Aufforderung unter keinen Umständen nachkommen. Denn Anwender werden meist auf eine Web-Seite geleitet, auf der sie ihre Kreditkarteninformationen eingeben sollen. Diese Seite dient lediglich dazu, diese Kreditkartendaten abzugreifen und dadurch den Opfern weiteren Schaden zuzufügen.

Vielmehr sollten die Betroffenen die Erpressung bei der Polizei zur Anzeige bringen und Vorsorge treffen:

  • regelmäßig Backups auf eine externe Festplatte erstellen, und zwar von wichtigen Daten und gegebenenfalls auch von der Systempartition des Rechners;
  • ein aktuelles Virenschutzprogramm einsetzen, das Trojaner aufspürt und eliminiert. Die Betonung liegt hier auf aktuell, denn allzu viele User greifen auf Uralt-Versionen zurück, die neuartigen Bedrohungen nicht mehr gewachsen sind.

Mehrheit der Anwender geht auf Nummer Sicher

Im Gegensatz zu den auf einen Datenverlust schlecht vorbereiteten Surfern kümmern sich 33 Prozent der Befragten gewissenhaft um ihre Dateien. Sie erstellen regelmäßig eine Datensicherung.

Ein Viertel der Befragten sind noch vorsichtiger. Sie nutzen ihren Rechner nur zum Surfen und legen darauf keine wichtigen Daten ab. Weitere 18 Prozent gaben an, dass sie den Verlust der Dateien leicht verschmerzen können, weil sich auf ihrem PC nichts Persönliches befände.

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