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Möglicher Verstoß gegen die DSGVO

Blutspendedienst übermittelt versehentlich Daten an Facebook

28. August 2019, 10:43 Uhr   |  Stephanie Jarnig


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Blutspendedienst hat reagiert

Der Blutspendedienst räumte ein, dass es möglich gewesen sei, mit einigem Aufwand und krimineller Energie die Daten logisch zu kombinieren. Der Grund: Die Fragen wurden zwar nicht mit an Facebook geschickt, aber immer in der gleichen Reihenfolge auf der Website angezeigt. So hätte man auf die Antworten einzelner Personen schließen und diese sogar mit einem Facebook-Profil verknüpfen können.

Facebook aber weiß überhaupt nicht, welche Fragen in einer Umfrage gestellt wurden, sondern nur, ob ein Klick auf einen Button (Schaltfläche) getätigt wurde. Ein Facebook-Sprecher sagte, für die Verwendung des Marketing-Tools gebe es klare Regeln. »Es dürfen keine sensiblen Nutzerdaten wie Informationen zu Gesundheit oder Finanzen an uns geschickt werden«, betonte er. Außerdem würden die Daten des Tools nicht zur Erstellung von Interessensprofilen verwendet.

Der Blutspendedienst hat zwischenzeitlich reagiert und seine Website angepasst. Man werde voraussichtlich auf das Facebook-Tool verzichten, sagte der Sprecher. Außerdem werden die Fragen nun in zufälliger Reihenfolge angezeigt, so dass eine Kombination der Daten ausgeschlossen ist.

Kritik übte auch Datenschutzaktivistin Rena Tangens vom Verein Digitalcourage. »Fakt ist, dass Facebook personenbezogene Daten bekommen hat, die Rückschlüsse auf Krankheiten zulassen«, sagte sie der »Süddeutschen Zeitung«. »Der Blutspendedienst hat absolut fahrlässig gehandelt.«

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