IT-Sicherheit: Cyber-Kriminalität: Traumjob »Geldwäscher«: E-Crime-Recruiting läuft auf vollen Touren

Die Prognosen für den Arbeitsmarkt 2009 sind düster. Viele Menschen bangen derzeit um ihren Arbeitsplatz. Seit Jahresbeginn versuchen Online-Kriminelle diese Verunsicherung auszunutzen und verschicken verstärkt dubiose Jobangebote per E-Mail.

Die Security-Labs von G-Data verzeichnen seit letzter Woche einen sprunghaften Anstieg von Recruiting-Spam krimineller Organisationen. Die Nachrichten locken mit schnell verdientem Geld bei minimalem Zeitaufwand.

Was aber die wenigsten Empfänger solcher Spam-Mails wissen: Wer sich auf die Offerte einlässt, wird als Geldwäscher Teil der E-Crime-Community. Den Opfern wird das in der Regel erst klar, wenn die Polizei an die Tür klopft.

In allen Fällen handelt es sich um Nachrichten krimineller Organisationen, die lediglich Strohmänner für Finanztransaktionen suchen. Angeboten werden Heimarbeitsplätze als Buchhalter oder Finanzagent.

Gesucht werden beispielsweise »Financial Agents« oder »Transaction Manager«. Die Tätigkeit der »Mitarbeiter« besteht darin, Geldüberweisungen auf ihrem privaten Konto entgegenzunehmen.

Per Bargeld-Transfer-Service, etwa Western Union, müssen die Opfer anschließend die Geldbeträge zu einer vermeintlichen Geschäftsadresse weiterleiten, meist ins osteuropäische Ausland. Einen Teil der Summe, in der Regel zwischen drei und fünf Prozent, darf der »Angestellte« als Provision für seine Dienste einbehalten.

Geld stammt aus Betrügereien

Der Haken bei der Sache: Die eingehenden Beträge stammen aus Betrügereien bei Online Auktionen oder aus illegal durchgeführten Online-Transaktionen nach Phishing-Attacken. Die angeworbenen Agenten dienen den Tätern somit lediglich als Geldwäscher.

Ein Exemplar der Spam-Mails, mit denen Cyber-Kriminelle Helfershelfer anwerben möchten - ohne dass diese über den wahren Hintergrund der dubiosen Geschäfts informiert sind.

Werden sie erwischt, flattern den unfreiwilligen Helfershelfern der Cybergangster statt weiterer Aufträge Regressansprüche oder Briefe der Staatsanwaltschaft ins Haus. Die Experten von G-Data Labs warnen ausdrücklich davor, auf derartige Jobangebote zu reagieren und empfehlen Empfängern von solchen Lock E-Mails, diese ungelesen zu löschen.

Die Nachrichten weisen Betreffzeilen wie diese auf: »Winziger Zeitaufwand, der Money bringt« oder »Kurzer Zeitaufwand, der Knete bringt« oder aber »Fipsiger Zeitaufwand, der Penunzen bringt«.

Im Text wird eine E-Mail-Adresse angegeben, über die Interessenten Kontakt zum Anbieter des Jobs aufnehmen können. In der Regel handelt es sich um eine Adresse von Googles kostenlosem E-Mail-Service Google-Mail beziehungsweise G-Mail, also etwa xyz@gmail.com.