Nächster Versuch: Broadcom am Enterprise-Geschäft von Symantec interessiert

Nachdem aus der angestrebten Übernahme von Symantec nichts wurde, versucht Broadcom nun offenbar, sich wenigstens das Enterprise-Geschäft zu sichern. Angeblich steht man bereits kurz vor einer Einigung.

Symantec-Zentrale in Mountain View, Kalifornien
(Foto: CC0 - Public Domain)

Laut einem Bericht des Wall Street Journals strebt Broadcom eine Übernahme des Enterprise-Business von Symantec an und soll sogar schon kurz vor Vollendung des Deals stehen. Es wäre quasi die kleine Lösung, nachdem man ursprünglich den gesamten Security-Spezialisten kaufen wollte, sich aber offenbar nicht auf einen Preis einigen konnte. Dem Bericht zufolge soll der Kaufpreis bei etwa 10 Milliarden Dollar liegen, wobei unklar ist, ob der Deal neben den Enterprise-Lösungen auch die für kleine und mittelständische Unternehmen umfassen würde.

Anders als Intel vor Jahren bei der Übernahme von McAfee hat Broadcom nicht vor, Sicherheitsfunktionen in seine Chips zu integrieren. Der Hersteller und sein akquisitionsfreudiger CEO Hock Tan versuchen lediglich, mehrere Einzelfirmen unter einem Dach zu vereinen – wobei man jeweils deren Kerngeschäft stärkt und andere, margenschwächere Bereich abstößt. So hielt Tan es etwa 2015, als er mit seiner Avago den Konkurrenten Broadcom kaufte, dessen Namen übernahm und verschiedene Geschäftsbereiche an Cypress Semiconductor weiterreichte. Und auch nach der CA-Übernahme 2018 wurden Teile des Unternehmens wie die Application-Security-Sparte Veracode schnell weiterveräußert.

Angesichts dessen erscheint die Übernahme nur eines Teils von Symantec für Broadcom nicht weiter problematisch. Überraschender wäre der Verkauf des Enterprise-Geschäfts wohl für Symantec selbst. Zwar lief es in diesem Bereich zuletzt nicht allzu gut, allgemein gilt er jedoch als wachstums- und margenstärker als das schwierige Consumer-Geschäft. Symantec hatte ihn zudem in den vergangenen Jahren mit einigen Zukäufen ausgebaut, allen voran dem von Blue Coat für mehr als viereinhalb Milliarden Dollar.

Kommentare (1) Alle Kommentare

Antwort von Muellerthurgau , 12:50 Uhr

Der Kommentar zum Enterprise und Consumer Geschäft ist Quark. Vor dem Zukauf von LifeLock hat die Norton Consumer Branche über 50% Marge bei 2MRD revenue erwirtschaftet. Der Enterprise Bereich ist auch nicht stark gewachsen und war ca. 2013 immer margenschwächer. und der Consumer Bereich wurde mit dem Zukauf von LifeLock Identity Protection mit einem wachstumsstarken Player verstärkt - dürfte in den nächsten Jahren auch bald 1MRD revenue erreichen.