Peinliche Panne: Bundeswehr verkaufte Notebook mit vertraulichen Daten

Über das Internet verkaufte die Bundeswehr ausrangierte Notebooks – auf einem befanden sich nur für den Dienstgebrauch vorgesehene Dokumente, weil die Festplatte nicht wie vorgesehen ausgetauscht wurde. Es ist nicht das erste Mal, dass so etwas passierte.

Raketenwerfer Mars II
(Foto: Krauss-Maffei Wegmann)

Im vergangenen Jahr gab es bei der Bundeswehr eine Datenpanne, als vier ausgemusterte Notebooks über die Vebeg, die Verwertungsgesellschaft des Bundes, versteigert wurden. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, fand der Käufer, ein oberbayerischer Förster, auf einem der Geräte eine ungelöschte Festplatte vor – das Betriebssystem startete und er konnte sich mit dem zuletzt verwendeten Benutzernamen als Passwort anmelden. Nicht nur, dass die Verwendung des Benutzernamens als Passwort ein arger Security-Fauxpas ist, auf dem Rechner lagerten auch vertrauliche Dokumente, etwa eine vollständige Betriebsanleitung für den Raketenwerfer »Mars«. Die wird als »Verschlusssache - Nur für den Dienstgebrauch« (VS-NfD) eingestuft und darf unbefugten Personen nicht zugänglich gemacht werden.

Dem Verteidigungsministerium zufolge legt normalerweise eine Kodierung fest, wie ausrangierte Geräte veräußert werden. Wurden Verschlusssachen auf ihnen gespeichert, baut man die Festplatten aus und vernichtet sie – normalerweise, denn die Geräte des Försters wurden falsch kodiert. Kein Einzelfall, wie sich herausstellte: Bereits 2016 soll ebenfalls ein Rechner mit ungelöschter Festplatte verkauft worden sein. Ob sich auf diesem ebenfalls vertrauliche Dokumente befanden, könne aber nicht mehr festgestellt werden.

Nachdem sich der Förster beim Verteidigungsministerium gemeldet hatte, leitete dieses den Rückkauf über die Vebeg ein. Bislang konnte der Förster allerdings nur eines der Notebooks auf diesem Wege zurückgeben, die anderen drei befinden sich noch in seinem Besitz. Auf einer der Festplatten, die die SZ untersuchen konnte, waren neben Fotos von aktuellen oder ehemaligen Bundeswehrangehörigen auch weitere VS-NfD-klassifizierte Dokumente gespeichert und dann gelöscht worden, die sich aber leicht wiederherstellen ließen.