Weitere Expansion ins Software-Business: Broadcom will offenbar Symantec kaufen

Der Übernahme von CA im vergangenen Jahr will Broadcom die von Symantec folgenen lassen. Pläne, wie sie vor Jahren der Konkurrent Intel mit McAfee hatte, gibt es bei dem Chiphersteller aber nicht.

Symantec-Zentrale in Mountain View, Kalifornien
(Foto: CC0 Public Domain)

Broadcom befindet sich weiter auf Einkaufstour und strebt US-Medienberichten zufolge die Übernahme von Symantec an. Der Sicherheitsspezialist ist, nachdem sein Kurs infolge der Übernahmespekulationen anzog, mehr als 15 Milliarden Dollar wert – Broadcom müsste also erneut tief in die Tasche greifen, denn bereits im vergangenen Jahr hatte der Chiphersteller 19 Milliarden Dollar für CA ausgegeben, einen anderen Software-Anbieter.

Damit wird auch deutlich, in welche Richtigung der akquisitionsfreudige Broadcom-CEO Hock Tan seinen Konzern steuert, nachdem man lange um Qualcomm gerungen hatte und letztlich von US-Präsident Trump gestoppt wurde. Statt weitere Übernahmen im Halbleiter-Business zu forcieren, steht nun Software für große Unternehmen im Fokus. Pläne wie sie vor Jahren Intel mit dem Kauf von McAfee verfolgte – die Sicherheitsfunktionen irgendwie in die Chips zu integrieren – , hat man bei Qualcomm nicht. Tan versucht lediglich, mehrere Einzelfirmen unter einem Dach zu vereinen, wobei er in das Kerngeschäft dieser Unternehmen investiert und andere, margenschwächere Bereich abstößt.

So hielt er es bereits 2015, als er mit Avago den Konkurrenten Broadcom kaufte, dessen Namen übernahm und verschiedene Geschäftsbereiche an Cypress Semiconductor weiterreichte. Auch bei CA wolle er sich auf die Wurzeln im Mainfraime-Business konzentrieren, so die FT.

Etwas ähnliches stünde dann wohl auch bei Symantec an, dem mit knapp 5 Milliarden Dollar Jahresumsatz größten Security-Hersteller der Welt. Der hatte erst im Mai seinen CEO verloren – offiziell trat dieser aus persönlichen Gründen zurück, inoffiziell dürfen auch die sinkenden Umsätze im wichtigen Enterprise-Geschäft eine Rolle gespielt haben. Seit der Abspaltung von Veritas schrieb das Unternehmen immer mal wieder rote Zahlen und hatte mit Umsatzrückgängen zu kämpfen; es folgten Restrukturierungen, aber auch mehrere Übernahmen, um wieder in die Wachsstumsspur zu kommen.