Herausforderungen durch Fachkräftemangel und Digitalisierung: Markt für Sicherheitstechnik wächst auf 4,4 Milliarden Euro

Mit Brandmeldetechnik, Videoüberwachung und Zutrittskontrolle wurden in Deutschland im vergangenen Jahr 4,4 Milliarden Euro umgesetzt – ein Plus von 5,6 Prozent.

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Der deutsche Markt für elektronische Sicherheitstechnik wächst kontinuierlich. Im vergangenen Jahr legte er laut Bundesverband Sicherheitstechnik BHE und Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie ZVEI um 5,6 Prozent auf etwas über 4,4 Milliarden Euro zu. Größtes Segment ist Brandmeldetechnik, die mehr als 2 Milliarden Euro beisteuerte (plus 6 Prozent). Lange profitierte die Branche hier von der Rauchwarnmelderpflicht für Privatwohnungen – in Zukunft sollen vor allem der Austausch alter Melder, der in den ersten Bundesländer schon ansteht, und die Einführung smarter Geräte, die aus der Ferne inspiziert werden und Daten für das Smart Home liefern können, für weiteres Wachstum sorgen.

Mit Videotechnik wurden im vergangenen Jahr 575 Millionen Euro erwirtschaftet (plus 6,5 Prozent), mit Zutrittssteuerungssystemen weitere 352 Millionen Euro (plus 7 Prozent). Etwas geringer fiel das Wachstum bei Sprachalarmierungssystemen sowie bei Überfall- und Einbruchmeldeanlagen aus: Sie legten um 3,8 beziehungsweise 3,6 Prozent auf 110 respektive 860 Millionen Euro zu. Bei den übrigen Gewerken, etwa Rufanlagen und Rauch- und Wärmeabzugsanlagen, lag das Plus bei 5,1 Prozent.

Für 2019 und darüber hinaus rechnen BHE und ZVEI mit einem Anhalten des Aufwärtstrends in der Branche. Allerdings sehen sie auch Herausforderungen auf diese zukommen – neben dem Fachkräftemangel vor allem die zunehmende Vernetzung und Digitalisierung der Produkte. Die bietet vor allem dem IT-Channel eine Chance, weil er sich mit der Vernetzung von IP-Technik, IT-Security und Datenanalysen besser auskennt als Errichter und Sicherheitstechniker. »Smart Home und Smart Building werden Realität. Im Dreieck aus Komfort, Energieeffizienz und Sicherheit nimmt Cybersicherheit einen zentralen Platz ein. Digitale Technologien müssen sicher und vertrauenswürdig sein – darauf müssen sich die Nutzer verlassen können. Nur so können neue Dienste und Geschäftsmodelle entstehen, die sich am Markt behaupten«, so Uwe Bartmann, Vorsitzender des ZVEI-Fachverbands Sicherheit.