Ermittler fordern Zugriff auf smarte Geräte: Jagd auf Daten in der Cloud wird immer schwieriger

Die Innenminister wollen auf ihrer Konferenz in Kiel über einen möglichen Zugriff auf Daten digitaler Sprachassistenten und »smarter« Haushaltsgeräte in der Strafverfolgung beraten. In der Cloud werden die Fahnder aber künftig immer seltener fündig.

Apple als Vorreiter

Welche Daten überträgt Apples Siri auf dem iPhone und dem Lautsprecher HomePod in die Cloud? Und was macht Apple mit den Daten?

Die Dienste von Apple, darunter auch Siri, greifen nicht ständig auf die Cloud zurück. So versucht Siri auch bei jedem Aufruf, zunächst ohne Daten von einem Server die anstehenden Aufgaben zu erfüllen. Wenn aber ein Kontakt mit der Cloud notwendig ist, um beispielsweise eine Abfahrtzeit einer S-Bahn zu ermitteln, wird die Anfrage nicht mit der persönlichen Kennung (Apple ID) des Nutzers verknüpft, sondern mit einer zufällig generierten Kennung. Apple betont, dass die Daten nicht ohne Erlaubnis der Anwender geteilt werden und Apple selbst sie gar nicht sehen kann, weil sie verschlüsselt sind.

Und wie behandelt Google die Daten, die bei den smarten Geräten auflaufen?

Der Internet-Konzern hat in der Vergangenheit in großem Stil Daten von den Android-Smartphones und Smart-Home-Geräten eingesammelt. Etliche davon werden auch für die Optimierung des Werbegeschäfts ausgewertet. Auf der jüngsten Entwicklerkonferenz Google I/O versprach der Datensammler allerdings eine wirksame Datenkontrolle.

Wie soll das funktionieren?

Google demonstrierte auf der Konferenz Anfang Mai, dass selbst komplexe Aufgaben wie die Spracherkennung direkt auf der neusten Version des Android-Smartphones »Pixel« laufen, ohne einen Kontakt mit der Cloud aufzunehmen. Google-Chef Sundar Pichai kündigte an, dass künftig auch die Software zum maschinellen Lernen bei Google verstärkt direkt auf den Geräten der Nutzer laufen werde, statt Rohdaten dafür auf Server des Konzerns zu schicken.