Cyberkriminalität: Ermittler zerschlagen Bande von Online-Banking-Betrügern

Viele Bankkunden bekommen für Online-Überweisungen eine TAN aufs Handy. Sie verlassen sich auf den Sicherheitscheck. Doch manchmal hängen sich Betrüger in die Leitung.

(Foto: alswart - fotolia)

Spezialermittler haben in Niedersachsen eine bundesweit tätige Bande zerschlagen, die mit Betrug beim Online-Banking rund 1,5 Millionen Euro erbeutet haben soll. Drei Verdächtige wurden festgenommen, wie die Staatsanwaltschaft Verden und die Polizeidirektion Hannover am Freitag mitteilten. Bei Durchsuchungen von 16 Gebäuden in der Region Hannover, den Kreisen Hildesheim, Schaumburg, Oldenburg und Osnabrück sowie in Österreich wurde umfangreiches Beweismaterial gesichert. Es gehe um über 100 Fälle, so die Staatsanwaltschaft.

Die Bande steht im Verdacht, sich Online-Zugangsdaten von Kunden verschiedener Banken beschafft zu haben. Damit wurde Geld auf die Bankkonten von Strohmännern überwiesen. Anschließend wurde die Beute nahezu vollständig in die Krypto-Währung Bitcoin getauscht und weiter transferiert.

Die Täter nahmen Menschen ins Visier, die sich für ihre Online-Überweisungen eine Transaktionsnummer (TAN) aufs Handy schicken lassen. Illegal beschaffte die Bande sich Ersatz-SIM-Karten der Handys der Geschädigten und aktivierte diese anstelle der rechtmäßigen SIM-Karten. Das Geld wurde dann auf Konten von Strohmännern überwiesen oder auf Bankkonten, die unter falschen Personalien angelegt worden waren.

Zwei der mutmaßlichen Haupttäter wurden in Niedersachsen und ein dritter in einem Hotel in Salzburg festgenommen. Seine Auslieferung wurde beantragt. Den insgesamt fünf Haupttätern legen die Ermittler gewerbsmäßigen Computerbetrug zur Last. Sieben Strohmänner müssen sich wegen des Verdachts der Geldwäsche verantworten.