Stress durch Regulierung, Überlastung und neue Bedrohungen: Sicherheitsexperten fühlen sich ausgebrannt

Das Security-Business boomt, stellt aber auch hohe Anforderungen an die Menschen. Einer Symantec-Studie zufolge fühlen sich die meisten Sicherheitsexperten ausgebrannt, viele spielen mit dem Gedanken, die Branche zu wechseln.

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Zwar klagt die gesamte IT-Branche über einen Mangel an Fachkräften, besonders groß ist das Defizit allerdings im Security-Bereich, in dem angesichts einer sich stetig verschärfenden Bedrohungslage immer mehr Unternehmen und zunehmend auch staatliche Stellen nach Experten suchen. Insofern dürfte das Ergebnis einer Studie, die von Chris Brauer vom Goldsmiths College an der University of London im Auftrag von Symantec durchgeführt wurde, viele Marktteilnehmer verstören. Denn in der Studie kommt er zu dem Ergebnis, dass die meisten Security-Verantwortliche massiv gestresst sind und gerne die Branche wechseln würden. Damit droht nicht nur ein Verlust wichtiger Fachkräfte, sondern auch eine Zunahme von Sicherheitsvorfällen. »Stress hat einen großen negativen Einfluss auf unsere Fähigkeit gute Entscheidungen zu treffen. Er beeinträchtigt unser Gedächtnis, unser rationales Denken und unsere kognitiven Funktionen. Doch genau diese Fähigkeiten sind es, die in der Cybersecurity-Branche entscheidend sind«, erläutert Brauer.

Für die Studie wurden mehr als 3.000 Security-Verantwortlichen aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien befragt, 82 Prozent von ihnen gaben an, sich ausgebrannt zu fühlen. Größter Stressfaktor ist die zunehmende Regulierung, etwa durch die EU-Datenschutzgrundverordnung oder die EU-Richtlinie zur Netzwerk- und Informationssicherheit, die bei vier von fünf Befragten für einen höheren Stresslevel sorgen. Zwei von fünf Befragten fürchten zudem, persönlich für Datenschutzverstöße haftbar gemacht – und womöglich deshalb gefeuert – zu werden. Weitere Stressfaktoren sind der Mangel an qualifiziertem Personal (80 Prozent), die Größe und Komplexität des verantworteten Bereiches (82 Prozent) und die wachsende Zahl der Bedrohungen (82 Prozent). Auffällig dabei: Die deutschen Sicherheitskräfte stehen offenbar besonders unter Druck, bei ihnen ist der Anteil der gestressten Experten jeweils noch einige Prozentpunkte höher.

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