Verpflichtung für neue Lieferanten: Siemens fordert Cyber-Sicherheitsstandards

Um die Sicherheitsrisiken für sich und seine Kunden zu minimieren, verpflichtet Siemens die Lieferanten kritischer Komponenten wie Software, Prozessoren und elektronischen Bauteilen künftig zur Einhaltung festgelegter Sicherheitsanforderungen.

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Der Technologiekonzern Siemens will neue Zulieferer künftig zu einheitlichen Sicherheitsstandards bei Cyber-Security verpflichten. »Bestehende Lieferanten sollen die Anforderungen nach und nach umsetzen, wenn diese nicht bereits erfüllt sind«, teilte der Konzern am Freitag in München mit. Von den Regeln betroffen seien vorrangig Lieferanten von sicherheitskritischen Komponenten - etwa Software, Prozessoren oder elektronische Bauteile. »Damit können wir das Risiko von Sicherheitsvorfällen ganzheitlich entlang der Wertschöpfungskette reduzieren und unseren Kunden höhere Cyber-Sicherheit bieten«, teilte Technikvorstand Roland Busch mit.

Mit der Verpflichtung der Zulieferer setzt Siemens eine Vorgabe der sogenannten Charter of Trust um. Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss von 16 Großkonzernen, die sich zu einheitlichen Sicherheitsstandards im Cyberbereich verpflichtet haben. Dazu gehören neben Siemens auch die Telekom, Allianz, Daimler und Airbus. Der Verbund war vor einem Jahr gegründet worden.

Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik sowie die spanische Regierungsbehörde National Cryptologic Center gehören künftig nach Angaben von Siemens zu den Unterzeichnern. Die Charter wolle sich fortan solche Regierungsstellen, Universitäten und Forschungseinrichtungen öffnen.