Nach Drohungen durch Skandalblatt: Jeff Bezos wehrt sich gegen mutmaßliche Erpressung

Vor einem Monat gibt Jeff Bezos die Trennung von seiner Frau bekannt, kurz darauf veröffentlicht der »National Enquirer« Details über eine Affäre des Amazon-Chefs. Bezos untersucht, wie das Boulevardblatt an die privaten Informationen kam.

Öffentlicher Gegenangriff

Statt sich der Erpressung zu beugen und dem Vorschlag eines geheimen Deals mit AMI zuzustimmen, habe er sich entschlossen, die Drohungen publik zu machen, schrieb Bezos in dem auf dem Portal »Medium« veröffentlichten offenen Brief. »Sie sagten, sie hätten mehr Textnachrichten und Fotos, die sie veröffentlichen würden, wenn wir unsere Untersuchung nicht einstellen würden«, schrieb der Unternehmer. Dazu stellte er E-Mails, die nach seiner Darstellung aus dem Hause von American Media Inc. stammen.

Kein richtiger Journalist würde jemals zu Methoden greifen, die dem Muster folgten: »Ich werde diese peinlichen Informationen über dich nicht publik machen, wenn du X für mich machst«, sagte Bezos über das Vorgehen von AMI und kündigte den Arbeitsmethoden des Verlagsimperiums von Pecker den Kampf an. »Wenn ich mich in meiner Position nicht gegen diese Erpressung erheben kann, wie viele Leute können es dann?«, fragt er in seinem offen Brief.

David Pecker und der »National Enquirer« machen immer wieder Schlagzeilen - auch und gerade im Zusammenhang mit Donald Trump. So veröffentlichte das Trump wohlgesonnene Skandalblatt während des Präsidentschaftswahlkampfs unter anderem das Foto einer vermeintlich vom Tode gezeichneten Hillary Clinton. Der Titel: »Hillary: Noch sechs Monate zu leben.«