Nach Störfällen in London: Neue Drohnen-Abwehr für Flughäfen

Flugsicherung und Bundeswehr haben heute auf dem Flugplatz Manching neue Systemen vorgestellt, mit denen Drohnen entdeckt, behindert und abgefangen werden können.

(Foto: Uwe Mahnke - Fotolia)

Zwei Monate nach der Blockade des Flughafens London-Gatwick durch Drohnen hat die Deutsche Flugsicherung mit der Bundeswehr neue Verfahren zur Drohnenabwehr getestet. Auf dem Flugplatz Manching bei Ingolstadt demonstrierten sie am Mittwoch, wie die Flugobjekte entdeckt, mit Störstrahlung zur Notlandung gezwungen oder mit einer Abfangdrohne vom Himmel geholt werden können.

In London-Gatwick waren vor Weihnachten 1.000 Flüge mit 140.000 Passagieren ausgefallen, weil dort wiederholt Drohnen gesichtet wurden. Der Flugverkehr kam in der Folge fast drei Tage zum Erliegen. Auch in Deutschland melden Piloten immer häufiger Behinderungen mit Drohnen - laut Flugsicherung im vergangenen Jahr 158 Mal.

Problematisch ist, dass kleine, bis zu 100 Stundenkilometer schnelle Drohnen vom Radar schwer zu entdecken sind. Es gab bereits Zusammenstöße mit einem Hubschrauber und einem Kleinflugzeug, die glimpflich ausgingen. Gedankenlose Hobbyflieger, Kriminelle oder Terroristen könnten mit den Flugobjekten aber enorme Schäden anrichten.

Die Deutsche Flugsicherung und der Rüstungskonzern Rheinmetall haben jetzt neue Verfahren entwickelt, um gefährliche Drohnen zu entdecken und Position sowie Flugweg zur Warnung des Flugverkehrs in das allgemeine Luftlagebild einzuspeisen. Mit Störsendern und Jagddrohen mit Fangnetz soll es möglich sein, selbst einen Drohnen-Schwarm notfalls zu stoppen. Ein dreiwöchiger Praxistest auf dem Flugplatz Manching sei sehr erfolgreich verlaufen.