Viele Unternehmen hinter Plan: DSGVO-Umsetzung bleibt problematisch

Noch immer bereitet die DSGVO vielen Unternehmen erhebliches Kopfzerbrechen. So haben etwa in Österreich erst ein Viertel der Firmen alle Vorgaben umgesetzt.

Abmahnwelle bleibt bisher aus

Dementsprechend sehen auch die weiteren Pläne der Unternehmen für das neue Jahr hinsichtlich der weiteren Umsetzung und Optimierung ihrer DSGVO-Compliance aus. Gerade die in der Umsetzung bereits weiter fortgeschrittenen Firmen wollen sich meist vor allem auf Prozessoptimierungen und Prävention konzentrieren. Für 51 Prozent der Befragten steht dabei die Verbesserung des eigenen Löschkonzepts ganz oben auf der Agenda. Am zweithäufigsten wurden hier die Verstärkung von Awareness-Maßnahmen sowie die Evaluierung des Verzeichnisses von Verarbeitungstätigkeiten als anstehende Aufgaben genannt. Darüber hinaus planen viele Unternehmen für 2019 auch gezielte Schulungen ihrer Mitarbeiter, um sie für die Problematik zu sensibilisieren und die neuen Prozesse sicher in der Belegschaft zu verankern.

Immerhin verschaffen die rechtlichen Unklarheiten, mit denen die Unternehmen oft zu kämpfen haben, ihnen auf der anderen Seite auch noch etwas zusätzlichen zeitlichen Spielraum bei diesen Vorhaben. Die befürchtete Abmahnwelle blieb bislang weitgehend aus. Und auch die Zahl der Anfragen bezüglich Auskünften und Löschungen hält sich laut den Befragten in Grenzen und ist seit dem Inkrafttreten der DSGVO im Mai 2018 kaum angestiegen. Sowohl die Unternehmen als auch die Berater rechnen jedoch damit, dass sich das in Zukunft ändern wird. Neben einem größeren Interesse der Kunden ist dann auch mit mehr Kontrollen sowie einer intensiveren Kommunikation mit den zuständigen Behörden zu rechnen.

Gleichzeitig bedeutet das jedoch auch, dass sich selbst die nach heutigem Stand schon DSGVO-konformen Unternehmen keineswegs auf diesem Status ausruhen können. Auch in Zukunft wird die DSGVO die Datenschutzbeauftragten, die inzwischen immerhin in drei Viertel der Unternehmen benannt wurden, noch beschäftigen. Damit einhergehend wird auch der Beratungsbedarf vorerst kaum abschmelzen. Rund 60 Prozent der Unternehmen geben an, für die Umsetzung der DSGVO zusätzlich externe Hilfe in Anspruch zu nehmen.

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Kommentare (1) Alle Kommentare

Antwort von Robert Nagel , 08:40 Uhr

In Bayern haben die Datenschutzkontrollen der Landesbehörde ja bereits begonnen. Nicht in riesigem Umfang, aber immerhin. Kritisch sind auch Umsetzungen zum Beispiel bei der Nutzung privater Endgeräte im Unternehmen (BYOD).