CRN-Interview mit Jürgen Hahnrath von Cisco: »Im IoT können Mitarbeiter nicht alleine für Sicherheit sorgen«

Im Gespräch mit CRN erklärt Jürgen Hahnrath, Head of IoT Solutions bei Cisco, warum bei der Absicherung von IoT-Umgebungen die Hilfe von KI und Machine Learning gebraucht wird und warum IT-Lösungen zwar nicht immer perfekt passen, aber dennoch eine gute Basis sind.

»Intelligente Netze automatisieren Arbeitsabläufe«

CRN: Maschinen und Anlagen zu vernetzen ist das eine, aber wie schwer ist es, daraus tatsächlich Mehrwerte zu generieren, die anfallenden Daten auszuwerten, Prozesse zu verbessern oder gar neue Geschäftsmodelle zu entwickeln?

Hahnrath: Gemäß dem aktuellen Cisco Global Cloud Index wird es im Jahr 2021 bereits 13,7 Milliarden IoT-Verbindungen geben, im Vergleich zu 5,8 Milliarden 2016. Besonders durch den Boom des IoT wird die Gesamtmenge an erzeugten Daten dann 847 Zettabyte im Jahr 2021 erreichen, 2016 waren es 218 ZByte. Diese Daten aus unterschiedlichsten Quellen zu sammeln und in kurzer Zeit auszuwerten, ist tatsächlich eine riesige Herausforderung für Unternehmen. Daher benötigen sie Big-Data-fähige Lösungen mit künstlicher Intelligenz und Machine Learning, die sie bei der Verbesserung ihrer Prozesse und der Generierung neuer Geschäftsmodelle unterstützen.

CRN: Wie hilft Cisco dabei?

Hahnrath: Mit einer umfassenden Cloud-Management-Plattform lassen sich auf einfache Weise Konfiguration, Skalierung und Rechteverwaltung aller Systeme zentral steuern. So wird kein System mehr übersehen und Richtlinien sind wirklich unternehmensweit umgesetzt. Wenn zudem Daten über alle Unternehmensplattformen hinweg verknüpft werden, entsteht ein zentraler Datenpool. Dies ermöglicht zum Beispiel Cisco Kinetic. Die Lösung verwaltet sowohl Verbindungen und Konnektivität aller IoT-Geräte als auch Regeln und Datenpfade, über die Informationen verarbeitet, übertragen und übersetzt werden. Unternehmen profitieren dadurch von einer stärkeren Kontrolle mit praktisch nutzbaren Erkenntnissen, verbessertem Kostenmanagement, hoher Service-Verfügbarkeit und einer schnelleren Markteinführung von Produkten. Zudem erfassen sie alle Daten aus dem IoT, auch über mehrere Cloud-Dienste hinweg.

CRN: Wie vernetzt und überwacht man Anlagen, die nie für die Vernetzung entwickelt wurden und daher weder Netzwerkschnittstellen noch Plattformen besitzen, auf denen man Applikationen installieren könnte, um Daten zu erfassen?

Hahnrath: Dazu zäumt man das Pferd sozusagen von hinten auf und realisiert dies über intelligente Netzwerke mit weitgehender Automatisierung und Analytics, die sich intuitiv bedienen lassen. Dieses Intuitive Network auf Basis der Cisco Digital Network Architecture (DNA) erkennt Prozesse und Anlagen, automatisiert Arbeitsabläufe, sieht Trends vorher, wehrt Sicherheitsgefahren ab und entwickelt sich durch Lernprozesse selbstständig weiter.

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