»Es muss nachgebessert werden«: Bitkom kritisiert DSGVO

Gut drei Monate nach dem DSGVO-Stichtag zieht der Bitkom eine Bilanz und bemängelt, dass weiterhin nicht klar sei, was viele Vorgaben bedeuten. Zudem entstehe gerade für kleine Firmen ein erheblicher Mehraufwand.

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Seit dem 25. Mai dieses Jahres müssen Unternehmen die Vorgaben der DSGVO umsetzen. Nachdem in den Monaten zuvor große Aufregung herrschte, wurde es danach zwar ein wenig ruhiger. Die große Zahl von Beschwerden, aber auch die vielen Beratungsanfragen von Unternehmen, Personalern und Datenschutzbeauftragen bei den zuständigen Behörden zeigen jedoch, dass das Thema die Wirtschaft weiter beschäftigt. »Auch jetzt noch sind bei weitem nicht alle Unternehmen mit der Umsetzung fertig«, stellt Susanne Dehmel vom Bitkom fest. »Die DSGVO hat Unternehmen viel Zeit und Geld gekostet und bedeutet weiterhin jede Menge Arbeit.«

Gut drei Monate nach dem Stichtag zieht man beim Bitkom eine Bilanz und bemängelt, dass bei vielen Vorgaben weiter nicht klar sei, was sie genau bedeuten. »Nicht einmal die Datenschutzaufsichtsbehörden können sich bei bestimmten Regelungen auf eine einheitliche Auslegung einigen. Wie sollen Unternehmen sich da sicher sein, dass sie das Richtige tun?«, fragt Dehmel.

Zudem kritisiert man beim Branchenverband, dass kleine Unternehmen besonders belastet werden, weil die DSGVO keinen Unterschied zwischen Startup, gemeinnützigem Verein und internationalem Großkonzern mache. Sie würden alle »über einen Kamm geschoren« und müssten die vielfältigen Vorgaben gleichermaßen umsetzen, Prozesse anpassen und neue Prozesse einführen. Das belaste kleine Firmen, die meist auch keine eigenen Rechtsexperten hätten und diese einkaufen müssten, überproportional. »Hier und bei einer ganzen Reihe weiterer Punkte muss nachgebessert werden«, so die Forderung von Dehmel.

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