Einstieg in einen neuen Markt: Grau Data schützt Backups vor Ransomware

Bei der Archivierung geht es in der Regel darum, Daten einmal zu schreiben und dann vor weiteren Veränderungen zu schützen. Eigentlich auch eine gute Maßnahme gegen Ransomware, dachte man sich bei Grau Data und entwickelte aus seiner Archivierungssoftware eine Lösung, die Backups vor der Verschlüsselung durch Schadprogramme schützt.

(Foto: peshkov - Fotolia)

Eigentlich ist Grau Data für seine Archivierungslösungen bekannt, doch seit einigen Wochen bietet der schwäbische Hersteller mit »Blocky« auch einen Ransomware-Schutz für Backups an. Irgendwann in den vergangenen Jahren, als die großen Ransomware-Wellen durch Deutschland schwappten und immer mehr Unternehmen mit dem Problem zu kämpfen hatten, dass auch ihre Datensicherungen verschlüsselt worden waren, entstand die Idee, die hauseigene Archivierungstechnologie umzubauen. Denn die erfüllt eine wichtige Voraussetzung, die auch für den Schutz von Backups unerlässlich ist. Sie erlaubt es, Daten einmal zu schreiben und dann nur noch zu lesen, sie also nicht wieder zu verändern: Write once, read many, oder kurz WORM.

»Bei WORM hat Ransomware keine Chance«, erklärt Harry Weik, der bei Grau Data den Vertrieb und das Marketing leitet, im Gespräch mit CRN. Man habe da nichts neu entwickeln, sondern nur eine vorhandene Lösung anpassen müssen, sagt er. Im Prinzip handelt es sich bei Blocky um einen Filter, der über dem Dateisystem NTFS sitzt und nur bestimmten Prozessen das Schreiben von Daten gestattet, etwa denen des Backup-Programms. Welche Prozesse das im Einzelfall genau sind, wird über eine Whitelist mit Fingerprints geregelt. Das macht es für Ransomware unmöglich, auf die Datensicherung zuzugreifen und sie zu verschlüsseln. Dafür müsste sie nämlich den Prozess des Backup-Programms kapern, was jedoch dessen Fingerabdruck verändern würde, sodass auch er keine Schreibzugriffe mehr tätigen kann.

»Wir hatten in der Vergangenheit bereits einige Kunden, die ihre Backups auf WORM geschrieben haben, um sie vor Ransomware zu schützen«, berichtet Kai Hambrecht. Mit Blocky bekommen sie dafür eine spezielle Lösung, die dem Leiter Service & Support von Grau Data zufolge »den netten Nebeneffekt hat, dass sie das Backup nicht nur vor Ransomware schützt, sondern auch verhindert, dass es versehentlich gelöscht oder absichtlich manipuliert wird«.

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Kommentare (1) Alle Kommentare

Antwort von Nikolaus Riehm , 16:12 Uhr

Das ist ein wirklich sehr interessantes Konzept. Besonders brauchbar wäre ein universeller Einsatz des Systems, also nicht nur für Backup, sondern für beliebige Applikationen mit ihren Daten. Das würde bedeuten, dass jeder den Schutz dort einsetzen könnte, wo er es für richtig hält.